Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 10 (21.3.1914)
- Date
- 1914-03-21
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
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Der Jüdische Student 355 i Das Präsidium des B. j.C. ist aber nicht lediglich die Behörde einer studentischen Organisation, sondern mehr und mehr ist der B.J.C. ein Machtfalctor im jüdisch-polltigeiiert Leben und das Präsidium zu einer politischen Institution geworden. Der B. j.C Kann heute an keinem bedeutsamen Ereignis im jüdisch-politischen Leben teilnahmslos vorübergehen, sondern er hat in dem mehr und merfrVsich zuspitzenden Kampfe Stellung zu nehmen, und er nimmt Stellung mit cW studentischen Frische und Entschlossenheil, die wir an unserer Jugend so Stehen und die uns häufig auch die Sympathien unserer Gegner verschafft^ mit der Begeisterung und Leidenschaft, dse bereits als charakteristisch für die1. V. I (. -er gellen. Unsere Gegner haben inzwischen auch eingesehen, daß man sich mit dem Truste, auch wir B. J.C.-er würden einmal älter und vernünftige!" werden, nicht beruhigen kann, daß wir vielmehr, auch wenn wir als Alte Herren im Berufe stehen, mit der gleichen Entschiedenheit und Frische unsere Anschauungen vertreten wie als Studenten. Daß wir auch gewällt sind, Opfer zu bringen, zeigte unsere Stellungnahme in dem Kampf für die hebräische Schule Jn Palästina: wir begnügten uns nicht damit, den Männern, die diesen Kampf führen, unsere Sy mpathien zu erklären, sondern wir beschlossen, innerhalb des BJC 10 tXX) Mark für das hebräische Schulwerk aufzubringen und diese Summe auf die einzelnen V. j. St -er so zu verteilen, daß ein jeder seine Spende als ein wirkliches für die nationale Sache gebrachtes Opfer, einen ,,Wehrbeitrag", empfindet. Von der s ..ibtsgen politischen Tätigkeit des Präsidiums sei hier nur ermahnt, daß ein Piasidiumsmitghed nochmals in der Ausländer! rage e.ne Audienz im Kultusministerium hatte und gewisse Zusagen betreffs d-enenigen Ausländer er hie it. die in Deutschland ansässig sind und ihre Vorbildung auf einer deutschen Schule erhalten haben. Die gesamte Politik des Präsidiums fand die einmütige Zustimmung des XIII. Karteiltages, f der vom 25.........- j,U Dezember in Königsberg stattfand. Die Verhandlungen ergaben eme erfreuliche liebere insümmung zwischen dem Präsidium und den Kartelivereinen in alten grundlegenden Fragen. Das Präsidium hatte den Karte Ii tag durch eingehende „Materialien'1 vorbereitet, in denen es über die Tätigkeit im letzten Jahre und die eingeschlagene Politik Rechenschaft ablegte; entsprechend hatten die einzelnen Vereine dem Kartelltag vervielfältigte Vereinsberichte vorgelegt. Die Debatten zeigten durchgängig ernsten Eifer und gründliche Sachlichkeit und erreichten in den Verhandlungen über die unbedingte Satislataion und das hebräische Schulwerk ihren Höhepunkt. Wir AelLeren, die wir schon so manchen Kartelftag mitgemacht haben, konnten mit Befriedigung konstatieren, daß der B. J. C. im letzten Jahre m tedet Beziehung entschiedene Fortschrine gemacht hat. Als ein Zeichen unserer Starke mag man es auffassen, daß wir den V.J. St. Straßborg, der