Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (16.12.1913)
- Date
- 1913-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537704-3537712--3098-3541205- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Jüdische Student bei der Wiedereröffnung sehr eng. Dazu kommt noch das tägliche Zusammentreffen aller Charlottenburger Bündesbrüder auf der Galerie und die erste Chargenpartie unseres V. J.St., die wir auf einen antisemitischen Anschlag hin Herrn V oHand, A. D. C. Burschenschaft Cimbria, überbracht haben. Wir besuchen offiziell den von der Berliner. Zionistischen Vereinigung abgehaltenen Palästinakurs. Bbr. Pütz hielt ein Zeitungsreferat. Ferner stieg ein Vortrag unseres A. H. h. c. Heinrich L o e w e über seine Palästinareisen. Personal i a : Jacobsohn hängt ge^en Herrn ringe! (Licariat, A. H. A p t hängt als Einj.-Freiw. gegen Herrn Goldstein, Einj.-Freiw. desselben Regiments, auf s. s. 15. 3. Dezember Pütz * * Freiburg. So manche Hoffnung haben wir allmählich aufgeben müssen, die wir zuerst für dieses Semester hegten, aber auch schon damals drängten sich uns große Zweifel an ihrer Durchführbarkeit auf — wegen der vollkommen unzulänglichen Ueberweisungen. Mit fünf Burschen läßt sich bei einer größeren Puxenkorona kein guter Vereinsbetrieb durchführen, besonders wenn man sich bei der Ueberweisung mit einer gewissen Zahl begnügt, ohne auf andere Dinge Rücksicht zu nehmen. Wir haben keinen Mann, der das Vereinsleben irgendwie anregen könnte. Wir haben nicht einmal einen guten Fechter unier uns. Die Aemter sind auf einzelne zusammengedrängt, und diese müssen die Vereinsarbeit allein leisten, fast ohne jede Unterstützung von Alten Herren. Wie schwer dieser letzte Umstand ins Gewicht fällt, wird wohl jeder selbst ermessen können. Unser Vereinsleben beschränkt sich daher auf die notwendigsten Arbeiten: Fuxenstunden, Fechten, Turnen und offizielle Ausflüge. Sobald der erste Schnee auf den Bergen liegt, werden wir Ski laufen. So wird wenigstens der Sport bei uns eifrig gepflegt und wir werden zu seiner allgemeinen Pflege im B. J.C. einen dementsprechenden Kartelltagsantrag stellen. Wir sind ja auf diesem Gebiete hinter der jüdischen Turnerschaft, obwohl wir deren Mitglieder sind, weit zurückgeblieben. Wir besuchten einen Vortrag — wohl ein Novum im B.J.C. —, der vom Deutschen Reichsausschuß für olympische Spiele veranstaltet wurde, offiziell und werden die Anregungen, die wir dort empfangen haben, verwerten. Wir hoffen, das Sporthaus vom hiesigen Fußbaliklub zu erhalten, und v/erden von dort aus regelmäßig Waldläufe unternehmen. Von sonstigen Veranstaltungen wäre zu berichten, daß imsere Antrittskneipe am 15. November stieg und das stereotype Bild einer offiziellen Kneipe zeigte. Den zahlreichen Alten Herren und Bundesbrüdern aus Heidelberg danken wir für ihr Erscheinen, Bbr. Ooldmann insbesondere auch für seine