Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (30.7.1913)
- Date
- 1913-07-30
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Der Jüdische Student im Einverständnis mit dem Präsidium nicht ab, und ein ziemlich unverschämter Brief gab uns den Anlaß, in der Antwort die Worte „provozierend und anmaßend" zu benutzen. Da es nach der ganzen Tendenz der Verhandlungen selbstverständlich war, daß die Bavaria eine Chargenpartie „in Aussicht nahm" und eine Verweigerung der Erklärung uns natürlich einen Brief eingetragen hätte, der uns in die Offensive drängte, schien uns dieser Weg der beste. Die Forderung ist nunmehr auf ss. 15' erfolgt. Der ganze Konvent ist der Ansicht, daß wir die Angelegenheit korrekt durchgeführt haben, und es überwiegt allen Bedenken gegenüber weitaus die Freude, daß wir diesmal dem K. C. in jeder Beziehung überlegen gewesen sind. — Nach herrschendem Komment haben wir auch den Vorsitz im E. G. und den Unparteiischen. Hoffentlich gibt uns der Austrag der Partien auch in concreto Recht. — Aus dem Semesterbericht sei vorweg genommen die Mitteilung von der Gründung der Vereinigung Jüdischer Korporationen (V.J. K), die der Initiative der Bbr. Klauber und B 1 u h m entspringt. Die V.J.K., der außer uns der Akademisch-Jüdische Kulturverein, die Chasmonaea (zwei russische Verbindungen) und der J.S. V. (siehe weiter unten) angehören — mit derK/. A. schweben Verhandlungen —, hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Veranstaltung von größeren Vortrags- und Diskussionsabenden nationalisierend zu wirken und eine größere Bekanntschaft von Ost und West zu vermitteln. Die V.J.K. — deren Gründung unser Konvent erst nach einer sehr langen Tendenzdebatte zustimmte — hat bereits einen ganz erfolgreichen Abend hinter sich, an dem Berthold Feiwel über „Die Aufgaben der jüdischen Jugend" sprach. Em weiterer Erfolg des Semesters war die Gründung des Jüdischen Studentinnenvereins ff. S.V.), der bereits neun aktive Mitglieder zählt. Auch diese Gründung ist auf Bbr. Klaube r zurückzuführen. Daß der Verein möglicherweise den Anstoß zu einer nationaljüdischen Studentinnenorganisation gibt, ist daraus zu ersehen, daß aus München von einer ähnlichen Gründung berichtet wird. Die Bundesbrüder in den einzelnen Universitätsstädten werden gebeten, ihr Augenmerk auf die Möglichkeit derartiger Vereinsgründungen zu richten. — Um den V. J St. Heidelberg noch weiter in seinem Gesellschaftskreise zu befestigen, gaben wir zum Schluß der Saison ein kleines Sommerfest. Es begann mit einer Bootsfahrt zur Schloßbeleuchtung und endete bei einer Damenbowle mit anschließendem Tanz. Es wird uns allen als eine schöne Erinnerung an Heidelberg im Gedächtnis bleiben. — Wie famos der Vereinsbetrieb ist, zeigt der einstimmige Wunsch der Füxe, das Fechten zweimal täglich offiziell zu