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Der jüdische Student · 1913-07-30 · Heft 4 (30.7.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 4 (30.7.1913)
Date
1913-07-30
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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126 Der Jüdische Student Person alia: Unser Fux Kall mann wurde als unbrauchbar abgegeben. Ein E R. verurteilte Gibianski zu einer verschärften Rüge und 10 M. Geldstrafe. — Frl. Else Kober und Frl. Seidel wurden zu Bundessclnvestern ernannt. — Aschner trat in Berlin gegen Herrn Sedlatzek vom V. D. St. an und paukte ans. — Bbr. Peyser, Noher, Lewin bestanden ihr Physikum, die beiden letzteren mit „gut,£. 15. Juli Erich Wolf f * * Freiburg. Ein schweres Amt, ein saures Amt — das Amt eines J. St.-Berichterstatters. Man ist sich gewöhnlich voll bewußt, wie schlecht die Berichte sind, die man anfertigt; man ist sich aber ebenso klar darüber, daß es unmöglich ist, „ein anschauliches Bild von der Lage des Vereins, von den Bundesbrüdern, von ihrem Zusammenleben, von ihrer Arbeit", wie es Hirsch postuliert, zu geben. Es muß — das ist klar — Offenheit und Wahrheit in den Berichten sein, sonst ist der Zweck verfehlt, und man sollte lieber die kostbaren Seiten unseres J. St. zu Besserem verwenden. Doch, wie schon Ginsburg andeutete, wird ein wahrheitsgetreuer Bericht so lange illusorisch bleiben, wie Füxen die Lektüre dieser Berichte zusteht. Man kann doch nicht hier den neugierig aufhorchenden Füxen B. C.-Geheimnisse ausplaudern! Hier gibt es nur einen Ausweg: Burschenbeilage; dort wird man über die Lage des K. V. genau Oüentieren, dort wird man auch „gefährliche" Artikel abdrucken können. Nun einige offene Worte über unser Semester! Es litt darunter, daß die Burschenkorona aus dritten Semestern bestand, denen es natürlich an Erfahrung und Routine mangelt; es litt darunter, daß ein Inaktiver, der schon dem Examen nahe ist, sich gezwungen fühlte, als Vollaktiver am Vereinsleben teilzunehmen und zur Zentrale des Vereins wurde*!; es litt darunter, daß es eine Burschenatisbildung in keiner Hinsicht gab. Der Palästinagedanke, der in allen Kartellvereinen dem Semester die Farbe gab, verlieh unserem Verein nicht seine Wunderwirkung. Wir hatten, als einziger Verein, keinen Palästinafahrer, der das, was den meisten bloß Idee und Abstraktion ist, versinnlichen, dem Bewußtsein näher bringen, der — man möchte sagen — etwas Erdgeruch unseres Heimatlandes in die Korporation, unsere vorläufige jüdische Heimat, bringen konnte. Um es kurz zu sagen: jene große Freudigkeit, die Willen und Aktivität erzeugt, das, was man mit dem Schlagwort „zionistischer Geist" bezeichnet, das undefinierbare Etwas, von dessen Vorhandensein das Gelingen des Semesters abhängt, wollte bei uns nicht heimisch werden. — Und doch wäre es verfehlt, das Semester als mißglückt zu bezeichnen. Die Entwicklung der Füxe ist zum großen Teile erfreulich, und man darf behaupten, daß sie ) Dunkel! D. R.

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