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Der jüdische Student · 1913-04-28 · Heft 1 (28.4.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 1 (28.4.1913)
Date
1913-04-28
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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2 Der Jüdische Student des Semesters - sich separieren und eine Stunk- und ■ Intrigenpolitik' führen. Diese wenig* ergötzlichen Perspektiven veranlassen mich — faute de mieux — Klarheit über die Tendenzen der neuen Richtung zu schaffen. Die Anhänger dieses neuen Ideenkomplexes konstatieren mit Unbehagen eine immer zunehmende Verflachung und Veroberflächlichung unserer Tendenz. Sie deduzieren: Unser Zionismus, als Resultat intellektueller Arbeit, basiere einzig und allein auf unseren Willensenergien. Die Fähigkeit eines, großen und starken Willens sei nun zwar bei einigen wenigen vorhanden, für deren Zionismus sei nicht zu fürchten; der großen Masse jedoch, die nicht über eine solche intellektuelle Potenz verfüge, könne solch ein starrer Standpunktnicht dauernd genügen; er biete keine Garantie für die Konstanz ihres zionistischen Empfindens. Man müsse nun, so folgert man, Mittel und Wege finden, um den Zionismus zu verinnerlichen, zu vertiefen, gefühlsmäßig näher zu bringen, alias, man sucht nach jüdischnationalen Lebensformen. Hört man den Reden dieser Leute zu, so treten aus dem Chaos von Unklarheiten lediglich zwei greifbare Momente hervor: I. Vertiefung in die Ghettoformen, intime Beschäftigung mit der jüdischen Kunst — gleichgültig ob es Kunst oder Kitsch, nur weil es von Juden herrührt. — Hierdurch, meint man, würde das Gemeinschaftsgefühl mit unseren unglücklichen Brüdern des Ostens vertieft. IL Die Feier der nationalen — id est fast aller — Festtage. Auch den Sabbat rechnet man zu den nationalen Festtagen, mit der abstrusen Begründung, der Gedanke, daß diesen Tag Millionen unserer Stammesbrüder an allen Enden der Welt festlich begingen, wäre geeignet, unser Nationalgefühl zu festigen. Diese beiden Punkte, d.e mir die einzig greifbaren zu sein scheinen, dürften die Richtung sattsam charakterisiert haben. Diese Dinge mögen für den einen oder den" andern gut und segensreich sein, vielleicht auch ihren Nationalismus vertiefen. Doch was für den oder jenen gut sein könnte, das kann man docli nicht als Forderung für den B. J. C. aufstellen. Weichem reinlich empfindenden Atheisten kann, man es zutrauen, diese Heuehelpolihk zu treiben? Oder stellen wir uns etwa auf den Standpunkt unserer Gegner, daß, wer nicht an einen persönlichen

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