Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 9 (1912-1913)
- Issue
- Heft 6 (20.9.1912)
- Date
- 1912-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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226 Der Jüdische Student nehmigt: Schnallenpartie bis zur Kampfunfähigkeit, und steigt Anfang nächsten Semesters. — Bbr. S a s s hing mit einem Nichtakademiker aus der Provinz auf Pistolen; der Herr evozierte. Der E. R. fand Jaks', Podbielskis wie auch Sass* Benehmen für korrekt. — Auf die Aufregungen dieser kriegerischen Verhandlungen, die noch die erste Ferienwoche in Anspruch nahmen, geht es jetzt fast zu friedlich zu: gefochten wird fast gar nicht, geturnt ziemlich wenig; nur im geselligen Verkehr gibt es einiges Bemerkenswerte. Ein inoffizieller Nachmittagsspaziergang mit Damen verlief sehr gemütlich. Abends trafen sich alle wieder auf dem Boot, und selbst ein plötzlicher Regen, der die schönen Damenhüte alle verdarb, tat der begeisterten Stimmung keinen Abbruch. Wir treffen uns einmal wöchentlich zum Exbummel. Zu Ehren von A. H. Udo Moses, der uns auf längere Zeit verläßt, hatten wir eine stimmungsvolle Abschiedskneipe. A. H. Pelz feierte die Briss-Miloh seines Sohnes nochmals bei einer schönen Kneipe, bei der wir Zlocisti, Kutzinski und Blumenfeld begrüßen konnten. Man wird sich vorstellen können, daß es so eine Lust ist, V. J. St.-er in den Ferien zu sein. Das kommende Semester ergänzt hoffentlich das Bild durch eifrig*? jüdische Arbeit. Personalia: Ginsburg hatte eine Kontrahage mit dem K.C.-er Wollenberg. Dieser revozierte zweimal, Ginsburg einmal. — Bbr. Feinst ein erhielt wegen Disziplinlosigkeit vom E. R. einen Verweis, Bbr. Rose nb a u m wegen Unbundesbrüderlichkeit eine verschärfte Rüge. — Meine Adresse ist Schrötterstr. 1,1. — A. H. M a r g u 1 i e s weilt hier, um seine zweite Diensthälfte als Arzt zu absolvieren. 7. September Siegmar G i n s b u r g Xa. i. * * * Maccabaea. Das Vereinsleben im letzten Semestermonat war durchaus erfreulich. Die Fuxenexamina zeigten, daß die Füxe in jüdischer Beziehung sich gut entwickelt haben. Die Füxe veranstalteten einen jung-jüdischen Abend, der gut gelang. Herr Leo M o t z k i n hielt im Auftrage der Histadruth im B. J. C. Berlin einen internen Vortrag über : „Ein studentisches Palästina-Unternehmen, ein praktischer Vorschlag." M. machte den Vorschlag: man solle in jedem Semester 15—20 jüdische Akademiker aus Europa nach Jaffa schicken, damit sie in einer von der Histadruth einzurichtenden Sprachschule fließend Hebräisch sprechen lernen. . Dieser Vorschlag, dessen Unausführbarkeit ganz klar ist, wurde ziemlich ablehnend aufgenommen. — In den Ferien herrscht diesmal ein reges Leben. Eine ungewöhnlich große Zahl von Bundesbrüdern haben sich hier eingefunden, so daß mit dem alten Brauche, die Ferienveranstaltungen. in den drei Berliner IC V. gemeinsam zu ver-