Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 11 (29.2.1912)
- Date
- 1912-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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378 Der jüdische Student. Der Anirittskonvent besetzte die Chargen wie folgt: jur. Ludwig Hirschbruch X cand. med. Siegfried Rosenbaum XX F.M. math. Erich Jaks XXX F. W. Das Vereinsleben war rege, der bundesbrüderliche Zusammenhang erfreulich. Unseren Alten Herren schulden wir für reichlichst bewiesene Gastfreundschaft Dank. Die jüdische Ausbildung der Füxe war Bbr. Rosenbaum übertragen. In den Geschichtsstunden beschäftigte uns vornehmlich die jüdische Geschichte seit dem Beginn der Emanzipation. Kommentunterricht erteilte Bbr. Jaks. Eine Reihe von Vorträgen fanden statt, zu denen wir oft Gäste aus hiesigen akademischen Kreisen und aus der Bürgerschaft begrüßen konnten. Erwähnt seien : Katzenellenbogen: „Die Sprachen der Juden" Jaks: „Zur Urgeschichte des jüdischen Volkes", D o b r i n : „Die Entwicklung des jüdischen Nationalismus", Hirschbruch: „Ueber korporative Erziehung jüdischer Akademiker". Auch in anderen Vereinen der Stadt sprachen Bundesbrüder, so A. H. Dr. L o e w e n h e r z im Tarnverein über „Judenemanzipation", Rosenbaum im Verein für jüdische Geschichte und Literatur: „Von jüdischer Kunst". In den genannten Vereinen wie auch in der Zionistischen Ortsgruppe arbeiten Bundesbrüder höherer Semester und Alte Herren an erster Stelle. Vor allem mag hier die Tätigkeit im hiesigen Turn- und Sportverein Erwähnung finden, wo wir durch eifrige Pflege des Turnens in den Kreisen der hiesigen jungen jüdischen Kaufleute und insbesondere bei den an der hiesigen Universität zahlreich studierenden russischen Juden wertvolle soziale jüdische Arbeit leisten. Daß wir auf unsere eigene körperliche Ausbildung durch Fechten und Turnen besonderes Gewicht legen, ist selbstverständlich. Noch eine erfreuliche Tatsache finde Erwähnung. Eine größere Zahl angesehener hiesiger jüdischer Bürger schenkt uns zum achten Stiftungsfest, das wir am 28. Februar begehen, ein neues Banner. Auswärtige Alte Herren stiften uns zwei Vollwichse und unsere Verkehrsdamen fünf Cerevise. Wir glauben daraus entnehmen zu dürfen, daß unsere Arbeit in weiten jüdischen Kreisen der Stadt Billigung gefunden hat und wir berechtigt sind, für den hiesigen V- J. St. weitere Fortschritte auf diesem Wege zu erhoffen. Unsere Bundesbrüder traten, soweit sie der Klinikerschaft angehörten, für die Interessen der hiesigen jüdischen Studierenden aus Rußland ein. Zum X a. i. wurde jur. Sigmar G i e ß b u r g, Hafenallee 74-76, gewählt. S.W. ist med. Bruno Rehfeld, Bergplatz 18.