Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 9 (15.12.1911)
- Date
- 1911-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 295 h a b e r s Buch „Der Untergang der deutschen Juden", worüber er auch im Jugendbund referierte. Personalia: Fux Fröhlich hängt gegen unseren früheren Bbr. Hammel auf s. 15. 7. Dezember Adler X * * Königsberg. Einen Keilerfolg haben wir nun doch : stud. pharm. Joseph L a n d s h u t aus Neumark Wpr., meldete sich aktiv und wurde in den A. C. rezipiert. Und wir würden dessen froh sein, müßten wir nicht sehen, wie auch unsere neuen Gegenspieler Erfolg haben und unsere beiden noch verbleibenden Keilobjekte tagaus tagein mit K*C-ern promenieren. Der eine gehörte bislang einer von Blumenfeld gegründeten Schülervereinigung an, und der Erfolg ist, daß er von einem seiner ehemaligen Vereinskameraden, jetzigem wohlbestallten Licaren, so gut für das nächste „auswärtige" Semester vorgekeilt worden ist, daß von unserer Seite kaum noch ein schüchterner Keilversuch gewagt wurde. Dagegen bot uns der andere umsomehr Aussicht, als er bereits unserer Tendenz geneigt schien; dann aber, als wir ihn nach erfolgter Vorbereitung auf unsere Kneipe schleppen wollten, zeigte es sich wieder einmal mit voller Deutlichkeit, daß sehr oft weniger unserer Tendenz zuwiderlaufende Anschauungen, als vielmehr gewisse gesellschaftliche Urteile* über den V.J.St. viele hiesige Kreise in ihrer Stellungnahme zu uns bestimmen. Und das ist um so bedauerlicher, als tatsächlich — soweit uns ein objektives Urteil möglich ist — besonders unsere Veranstaltungen gesellschaftlich durchaus auf der Höhe stehen, wie wir es erst neulich wieder, gelegentlich eines wohlgelungenen Theeabends, mit Freuden wahrnehmen konnten. Für Ende Februar planen wir — das sei bereits verkündet — ein großes Stiftungsfest, mit dem wir eine Fahnenweihe verbinden werden, da unsere Damen uns ein neues Banner zugedacht haben. Das klingt alles sehr vornehm, und ich will daher auch die Kehrseite nicht vergessen: der A.C. sah sich im Hinblick auf unsern Kassenstand genötigt, unsere Monatsbeiträge bedeutend zu erhöhen. Die jüdische Arbeit scheint nun doch langsam in Fluß zu kommen. Ist auch ein hebräischer Sprachkurs noch immer nicht zustande gekommen, so gab es doch wenigstens einige Abende mit lebhafter Diskussion und zwar gelegentlich eines Referats von Katzenellenbogen über Loewes „Sprachen der Juden" und zweier Zeitungsreferate von Baer und Dobrin.