Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1911-11-24 · Heft 8 (24.11.1911) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 8 (24.11.1911)
Date
1911-11-24
Page
[Seite] (sequence 36)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537691-3537699--2117-3540235
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

264 stud. iur Karl Winter aus Kempten am Rhein, „ phil. Herbert Großberger aus Heidelberg,' „ med. Gustav Held aus Wertheim in Württemberg, „ phil. Schiff aus Mannheim, die Namen der O. V. G.: cand. med. Bodenheimer, cand. oec publ. Low. Wir haben noch sechs Keilfüxe in Bearbeitung und hoffen auf weitere Keilerfolge. Neben der Keiltätigkeit lag unsere Hauptarbeit in den Vorbereitungen zur Antrittskneipe, die die einzige Veranstaltung sein sollte, mit der wir in diesem Semester an die jüdische Öffentlichkeit traten. Nachdem wir uns mit Herrn Julius Simon und A. H G o i t e i n (Mannheim) in Verbindung gesetzt hatten, um zu erfahren, wen von jüdischen Kreisen wir an uns heranziehen sollten, luden wir die einzelnen persönlich ein mit dem Hinweis auf unsere Tendenz und die Bedeutung unserer Gründung an der hiesigen Universität. Es erschienen denn auch zur Antrittskneipe : Vertreter der Loge, Rabbiner Dr. P i n k u s, Prof. Lefmann u. a. Die Kneipe verlief würdig und stimmungsvoll. Sie wurde geleitet vom Erstchargierten, die Tendenzrede hielt Bbr. K1 a u b e r. Die umliegenden Kartellvereine waren in großer Corona vertreten. Bonn hatte Bbr. G i d i o n gesandt, Freibürg: Fürst, Koranski und K o b 1 i n e r, aus Straßb u r g kamen außer Stein und May: A. H. L. M a y e r , Z a m o r y , Henryk Cohn, Gustav L e v y. Ihnen allen wie den Alten Herren aus Mannheim und Frankfurt auch an dieser Stelle unsern herzlichsten Dank. Das innere Vereinsleben gestaltet sich jetzt, wo die Gründungswehen einigermaßen überstanden sind, recht rege. In der Ausbildung unserer Füxe wird nicht gegeizt. Aliwöchentlich finden vier Fuxenstunden statt. Es stieg ein Vortrag von Bbr. Stein über das Buch von Felix Theilhaber „Der Untergang der deutschen Juden". Daran schloß sich eine sehr rege Diskussion. Es wurde ein jüdisch-literarischer Abend veranstaltet, an dem nach einleitenden Referaten Proben aus der jung-jüdischen Dichtung vorgetragen wurden. Allwöchentliche Vorträge sind bereits schon bis Weihnachten angesagt. An den Abenden der zionistischen Ortsgruppe Mannheim nehmen wir offiziell teil. — Wie die übrigen hiesigen Corporationen haben auch wir, da auf der Kneipe nicht gefochten werden darf, den Universitätsfechtboden belegt und fechten täglich unter strammer Leitung unseres Fechtwarts. — Der Zusammenschluß ist naturgemäß in unserer kleinen Corona recht eng. Alles in aliem dürfen wir auf ein schönes, erfolgreiches Semester hoffen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.