Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1911-11-24 · Heft 8 (24.11.1911) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 8 (24.11.1911)
Date
1911-11-24
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537691-3537699--2112-3540230
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Der jüdische Student 259 Königsberg i.Pr. Wir begannen das Semesteram 25.Oktober mit dem Antritts-Konvent. Die Chargenwahlen ergaben folgendes Resultat: Ludwig Hirschbruch X Siegfried Rosenbaum XX F. M. Erich Jaks XXX S. W. F.W. Kassenwart ist Ludwig B ae r, Nicolai-Str. 5 pt. Den Kommentunterricht erteilt Jaks, Geschichte und Tendenz Rosenbaum. Die Antrittskneipe am 4. war zahlreich besucht und nahm eine befriedigenden Verlauf. Wenige Tage darauf konnten wir Z o 11 s c h a n auf unserer Kneipe begrüßen, wobei A. H. Dr. Pelz die Bedeutung des Z o 11 s c h a n'schen Werkes für die nationalen 'Erziehungsaufgaben des B.J. C. betonte. Den Vortrag Dr. Zollschans über „Der Kulturwert der jüdischen Rassen" besuchten sämtliche ortsanwesenden V.J. St-er. Im „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" sprach A. H. Dr. Perl es über „Die neuesten Funde in Aegypten", im Turnverein Rosenbaum über „Was soll uns das Turnen?" Der „Turn- und Sportverein Königsberg i. Pr.", der besser jüdisch als sein Name ist, steht noch immer in engstem Verhältnis zum V. J. St, was seine Leitung betrifft sogar beinahe in Personalunion. Die Aktivitas turnt einmal wöchentlich offiziell, aber auch die Inaktiven und Alten Herren beteiligen sich an den Turnabenden mit anerkennenswertem Eifer. Wenn wir nun noch hinzufügen, daß für den persönlichen Zusammenschluß der Bundesbrüder manches geschieht, daß besonders unsere Alten Herren durch Einladungen und rege Anteilnahme am Verein sich verdient machen, so könnte es scheinen, als ob alles in bester Ordnung wäre. Dem steht leider entgegen, daß in geistiger Beziehung bis jetzt, abgesehen von regelmäßig erteilten Fuxenstunden, noch nichts geschehen, vor allem aber der Keilbetrieb in recht bedauernswerter Weise vernachlässigt ist. Und doch wäre gerade hier eine ganz besondere Anstrengung am Platze. Bisher war hier die Keilarbeit mangels jeglicher Konkurrenz überaus einfach. Die Zahl der immatrikulierten jüdischen Studenten ist stets recht gering. Während ein Teil dieser in der Regel für uns unschwer zu haben ist, bleibt der andere von Anfang an so gut wie aussichtslos. Nunmehr hat die Gründung einer Jugendgruppe des Zentraivereins, in die sich einige hierher zur Sondierung gekommene K. C.-er und etliche geschworene liberale Zionistenfresser teilen, die Sachlage insofern verändert, als diejenigen Keilfüxe, die für uns in jedem Falle teils unbrauchbar, teils unerreichbar wären, dort ihr Betätigungsfeld finden. In bezug auf die aussichtsreichen Keilfüxe aber erhalten wir hier zum ersten Mal eine organisierte,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.