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Der jüdische Student · 1911-10-10 · Heft 7 (10.10.1911) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 7 (10.10.1911)
Date
1911-10-10
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German
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Der jüdische Student 213 Breslau. Die Ferien füllt die „Activitas" des V. J. St. Breslau — Activitas 5 sechstsemestrige Juristen — mit intensiver Keilarbeit aus. Die Bundesbrüderlichkeit und der Zusammenhalt lassen nichts zu wünschen übrig. Täglich kommen wir beim Repetitor zusammen, verteilen die Keilbesuche und trösten uns gegenseitig, wenn einer dem andern vorjammert, daß man über der Arbeit für die Corporation nicht zum juristischen Schaffen komme. Damit noch nicht genug, haben diese Aktiven es noch unternommen, die Kneipe neu renovieren, elektrisches Licht einziehen zu lassen und ihr so ein vornehmes Aussehen zu geben. Zu diesem Zwecke und zur Sanierung der Finanzen haben sie eine große Finanzaktion eingeleitet, sind an die Alten Herren herangetreten und haben von diesen — oft nach harten Kämpfen — Geld erpreßt. Wir haben nun eine wunderschöne Kneipe, eine erträgliche Finanzlage, eine gute Inactivitas, uns fehlen nur aktive Burschen und Füxe, d. h. wir haben zu viel, um zu sterben und zu wenig, um zu leben. Bis heute können wir positive Keilerfolge nicht melden, so sehr wir uns auch zu „bessern" trachten (vgl. J. St. vom Juli 1911, Bericht des Präsidiums), aber wir hoffen, 2—3 Füxe aus Breslau zu bekommen. Ob wir weitere Erfolge haben, wird davon abhängen, wieviel erste Semester Oktober hier immatrikuliert sein und wieviel Aktive die Keilarbeit leisten werden. Es ist eine alte Schuld des Kartells gegenüber dem V.J. St. Breslau, daß niemals einige tüchtige Leute hierher geschickt worden sind, die als Fremde viel leichter keilen können als die einheimischen Breslauer. Es mangelte dem V. J. St. Breslau stets an Leuten, die zur Keilarbeit geeignet waren. Darum ist es unverständlich, daß wo alles auf dem Spiele steht, die jetzigen sechsten Semester im nächsten Semester von der Bildfläche verschwinden und kein Nachwuchs vorhanden ist, das Präsidium nicht alles daran setzt, durch Ueberweisung einiger Bundesbrüder die Möglichkeit zur Erringung von Keilerfolgen zu geben. Und noch unverständlicher ist es, wenn die wenigen überwiesenen Leute, die auf einen gefährdeten Posten kommandiert sind, nicht Gehorsam leisten, sondern sich ihrem lieben Ich zuliebe drücken. Auf deren jüdisches Interesse pfeife ich; sie werden später ebenso versagen wie heute. Es ist eine faule Ausrede zu behaupten, der V. J. St. Breslau sei schlechter als andere Kartellvereine; er ist heute genau so gefestigt und innerlich einig wie Straßburg oder die Maccabaea. Den Semesterbeginn haben wir auf Montag, den 16. Oktober, 3 h. c. t. im Residenzcafe festgesetzt. — Wir nahmen offiziell an

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