Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 4 (20.7.1911)
- Date
- 1911-07-20
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Der jüdische Student Freiburg i. B. Nachdem in den ersten Semesterwochen der Keilbetrieb in der Mitte des Interesses gestanden hatte, trat nunmehr die innere Vereinsarbeit in ihre Rechte. Die Fuxenerziehung, die in den Händen von Steinberg und Dukas ruht, kann als durchaus erfolgreich angesehen werden. Alle Füxe sind lebhaft am Vereinsleben und an den auch uns Aeltere bewegenden jüdischen Fragen interessiert. Sowohl im F. C. wie außerhalb des offiziellen Vereinslebens wird lebhaft über Juden und Judentum diskutiert. Daneben legen wir ein besonderes Gewicht auf die korporative Ausbildung, und wenn auch noch manches Mal der jüdische Individualismus an unrechter Steile hervortritt, so müssen wir doch rückhaltlos zugeben, daß allgemein der beste Wille vorhanden ist. Ganz besonders erfreulich sind die Erfolge unseres durch Bundesbruder Feinstein geleiteten hebräischen Sprachkurses. Vorträge hielten: Glaser: Was bedeutet uns Moses Mendelsohn? Meyer: Die Judensiedlungen in Argentinien. Offiziell besuchten wir ein Referat von Bundesschwester Dukas in der Zionistischen Ortsgruppe über „Die Erziehungsarbeit des Zionismus". Am 5. Juli veranstalteten wir einen „Jungjüdischen Abend" in größerer Form, zu dem uns auch Bundesbruder Dr. Ludwig Mayer-Straßburg seine Kräfte in dankenswerter Weise zur Verfügung stellte. Wir dürfen wohl behaupten, daß der Abend — auch gesellschaftlich — auf sehr gutem Niveau stand.. Galt es hier, uns der jüdischen Bürgerschaft Freiburgs in bestem Lichte zu zeigen, so mußten wir Tags darauf gelegentlich eines allgemeinen Festzuges zur Feier des 3000. Studenten vor der gesamten Studenten- und Bürgerschaft Freiburgs die Fahne des Judentums hochhalten. Gerade dabei konnten wir wieder deutlich erkennen, wie notwendig die Betonung des korporativen Geistes im V. J. St. ist. So können wir im allgemeinen mit den Erfolgen des Semesters zufrieden sein, wenn es auch naturgemäß gerade den Burschen mehr Arbeit als Genuß gebracht hat. Wir nahmen am Straßburger Sommerfest durch drei Vertreter teil. Unser Sommerfest feiern wir am 11. Juli. Bundesbrüder, die zum Kongreß nach Basel fahren, werden, sobald sie noch die letzten Semestertage mit uns in Freiburg verleben wollen, von uns mit Freuden begrüßt werden. Allen, denen noch die Affäre Wunderlich im Gedächtnis ist, die Nachricht, daß Herr W. nunmehr endgültig auf den Austrag der noch ausstehenden Partien verzichtet hat. P e r s o n a 1 i a: In den A.C. wurden recipiert: med. Hans Israel aus Cöln,