Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 8 (1911-1912)
- Issue
- Heft 4 (20.7.1911)
- Date
- 1911-07-20
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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122 müßten und könnten trotz der besonderen Schwierigkeiten der Berliner Keilarbeit mehr erreichen. Beim V. J. St. S t r a ß b u r g ist zu berücksichtigen, daß er sich vornehmlich aus Elsässern ergänzt, daß aber im Elsaß nur im Herbst Abiturium stattfindet Unsere künftigen Keilaussichten sind in Berlin durch den Zuwachs von 7 Berlinern und in Königsberg durch den Eintritt von 6 Ostpreußen, darunter 3 Königsbergern, fürs erste einigermaßen verbessert. Aus Hamburg, wo wir unsere verhältnismäßig günstige Position bis zur Gründung der Universität festhalten und verstärken müssen, sind trotz guter Keilarbeit nur 2 neue V. J. St.-er hervorgegangen. Ein paar aussichtsreiche Hamburger Keilfüxe sind ins Ausland, andere nach Heidelberg*) gegangen. Jedoch soll sich der Erfolg bei einigen noch im nächsten Semester zeigen. Der Gewinn von 6 hessischen Bundesbrüdern beweist weniger für die Notwendigkeit eines V. J. St. Marburg, als daß man in Hessen mit Erfolg keilen kann. Wichtig ist, daß jetzt für die Keilarbeit in C a s s e 1 jüngere Kräfte zur Verfügung stehen. Im Bezirk Wiesbaden haben wir durch 3 neue Bundesbrüder für die Zukunft gute Aussichten. Während im Rheinlande (außer Cöln) der Zuwachs von 3 Füxen gegenüber der Konkurrenz des K. C. nur einen schwachen Anfang bedeutet, ist unsere bereits jetzt sehr starke Position in Cöln selbst, wo wir den K. C. fast ganz verdrängt haben, durch 4 neue einheimische Cölner noch wesentlich gekräftigt worden. Es gibt in Cöln jetzt 24 jüngere V. J. St.-er. Die Erfolge der Cölner Bundesbrüder beweisen, was in den größeren jüdischen Zentren durch Anspannung aller Kräfte geleistet werden kann. Natürlich sind die Verhältnisse nicht überall gleich günstig. Aber in allzu krassem Gegensatz zu der Cölner steht die Arbeit in anderen großen Städten. Aus Frankfurt a. M. haben wir seit 8 Semestern keinen Fuxen bekommen, trotzdem dort in jedem Jahre über 30 jüdische Abiturienten die Schulen verlassen. Aus Nürnberg, Augsburg und beinahe auch aus M ü n c h en ist seit unvordenklichen Zeiten kein neuer V. J. St.-er hervorgegangen. Bedenklich *) Nach den Berichten der Posener, Breslauer und Hamburger Bundesbrüder hätten wir in diesem Semester in Heidelberg gute Keilerfolge haben, können.