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Der jüdische Student · 1911-05-20 · Heft 2 (20.5.1911) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
8 (1911-1912)
Issue
Heft 2 (20.5.1911)
Date
1911-05-20
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Der jüdische Student. 63 Breslau. Der Antrittskonvent vom 25. IV. besetzte die Chargen foldendermaßen: Fritz Adler X F.W. J. St.-Berichterstatter, Lippmann Baruch XX F.M.T.W., Herbert Meyer XXX S.W. (Hansastr. 19), Adolf Kiemann K.W. (Höfchenstr. 17). Auf dem nächsten Konvent dechargierte Baruch X ■ , an seine Stelle wurde Bbr. Max Qoldschmidt gewählt. Die Aktivitas besteht, da der einzige Fux, Adolf Kiemann, auf dem Antrittskonvent in den B. C. aufgenommen wurde, aus 9 Burschen. Diese Burschencorona setzt sich zusammen aus 3 siebensemestrigen Medizinern, 4 fünfsemestrigen Juri>ten und 2 viersemestrigen Zahnmedizinern. Hierzu kommen 2 Generaldispensler und die Inaktiven, von denen der größte Teil im Examen steckt und für die Vereinsarbeit deshalb nicht in Betracht kommt. Die „aktiven" Mediziner sind den Tag über in der Klin k beschäftigt, und so lag die am Anfang des Semesters zu leistende Arbeit, insbesondere das Keilen, in den Händen der Juristen, die ihr Studium auf Kosten der Vereinsarbeit vollständig vernachlässigen. Doch das Traurigste dabei ist, daß trotz wirklich intensiver Aibeit der Keilerfolg gleich Null ist Drei Keilfüxe sind noch in Bearbeitung. Die Gründe für diesen Mißerfolg sind folgende: Aus der Provinz geht im ersten Semester, zumal noch im Sommer, fast niemand nach Breslau. Von den Breslauer Abiturienten fielen die, die ev. bei uns aktiv geworden wären, im Examen durch; die andern waren entweder aus zu assimilantischen Kreisen oder kamen aus anderen Gründen für uns nicht in Betracht. Es zeigte sich übrigens auch hier wieder, daß es unbedingt notwendig ist, die Gymnasiasten in den höheren Klassen für uns vorzukeilen. In dieser Hinsicht wird es in Breslau jetzt besser werden. Eine jüdische Schülerverbindung, um deren Gründung sich Bbr. Markus verdient gemacht hat, gibt uns jetzt Gelegenheit, die Gymnasiasten durch geeignete Vorträge und persönlichen Anschluß für unsere Ideen zu gewinnen. Auch beabsichtigen wir, die Jungen zu unseren Vereinsveranstaltungen in diesem Semester heranzuziehen, womit bereits begonnen wurde. Auf einer Bowlenkneipe, die unsere A. H. A. H. gaben und die sehr gemütlich verlief, waren schon einige erschienen. So haben wir Aussicht, Oktober 5—6 Füxe aus Breslau zu bekommen. Der Vereinsbetrieb ist trotz dieser Zusammensetzung der Aktivitas sehr rege, vor allem der Zusammenhang unter den Bundesbrüdern sehr eng. Es wird täglich gefochten; von den wöchentlichen Veranstaltungen sind noch die Turnspiele zu erwähnen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. DieWissenschaftliche Kommission stellte eine Reihe von Themen auf, die im Laufe des Semesters von den einzelnen Bbr. Bbr. behandelt werden.

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