Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 11 (20.2.1911)
- Date
- 1911-02-20
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 2C)5 ,-chwächende Erklärung veröffentlicht, wonach es scheinen konnte, als ob „die ganze Angelegenheit sich noch durchaus im Stadium der Vorbereitung4' befinde. Ich war davon verblüfft, . ersuchte Herrn Bambus um eine neuerliche Richtigstellung, die ich nicht selbst vornehmen wollte, weil ich der Meinung war, daß es sich nur um oberflächliche Divergenzen handele. Ich sollte ja mit Ihnen am 29. April in Prag zur Beratung einiger Kongreßfragen zusammentreffen. Das Stelldichein wurde am letzten Tag als „noch verfrüht" abgesagt. Jedenfalls hatte ich keinen Grund anzunehmen, daß Sie sich lossagen wollten, da Ihre Einwendungen mir nicht als prinzipielle vorkamen. Sie hatten gewünscht, daß es „Kongreß der Chowewe Zion" statt „Zionisten-Kongreß" heiße, worin ich keinen größeren Unterschied zu sehen vermochte, als zwischen bonnet blanc und blanc bonnet. Ferner war Ihnen der folgende Passus meiner vorläufigen Anzeige" nicht recht: „So erhalten die gemeinsamen Bedürfnisse ein Organ (nämlich durch den Kongreß). Es wird ein Zufluchtsort für die Wünsche und Beschwerden unserer Brüder geschaffen. Die Judensache muß dem Belieben einzelner Personen (wie gutwillig diese auch seien) entrückt sein, es muß ein Forum entstehen, vor dem jeder für das, was er in der Judensache tut und läßt, zur Rechenschaft gezogen werden kann. Dem wird sich kein redlicher Mann widersetzen." Ich bitte mich nicht mißzuverstehen. Ich zitiere das nicht in tückischer Absicht für die Bedürfnisse meiner heutigen Polemik sondern, um darzulegen, wie geringfügig unsere Differenz war .wie ich annehmen durfte, daß Sie mit solchen Selbstverständlichkeiten, die eigentlich nur für die Fassungskraft einfacher Leute gedacht und gesagt waren, einverstanden wären. Zudem konnte ich mindestens bis zu der von Ihrer Seite vorgeschlagenen Zusammenkunft in Prag annehmen, daß wir d'aecord seien. Wenn ich seither und bis zur Veröffentlichung Ihrer Absage vielleicht einem halben Dutzend Personen, denen ich zufällig schrieb, die gedruckte Voranzeige mitschickte, so kann, glaube ich, von einer „trotzdem", also mala fide geschehenen Versendung der Vurankündigungen, worunter man eine massenhafte Expedition vergehen könnte, nicht gut die Rede sein. In einzelnen dieser Briefe habe ich geradezu auf die aufgetauchte geringfügige Differenz hingewiesen. —