Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 7 (1910-1911)
- Issue
- Heft 5 (24.8.1910)
- Date
- 1910-08-24
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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13 i - Der jüdische Student Jungen, die ■■von. Monaten des völligen Schweigens gefolgt werden. Es müssen also die . regelmässigen' Abzahlungen In .den Etat eingestellt v/erden. . •' '. "; .-,; '" " . . Und damit kommen wir zu dem Schwersten und Wichtigeren, wogegen fast überall gefehlt wird: Es rauss ein Etat aufgestellt'werden. Wie wollt Ihr einmal Vorstände von'Ortsgruppen, werden ohne Kenntnisse vom Wesen des Etats? Es ist doch nicht jeder ein Wolffsohn, dass er jedes Deficit aus seiner Tasche decken könnte'. . ■ Einen jahresetat aufzustellen/wird in den meisten K. V. K. V. ein frommer Wunsch bleiben. -Dazu wechseln . die Einnahmen zu stark von Jahr zu Jahr je nach der Zahl der Aktiven. Es sei denn, dass ein grosser Stamm von Alten Herren vorhanden ist, der dann schon eine gewisse Gleichmassigkeit .der Einnähmen verbürgt. Z. B. im Berliner K. V. ist der Jahresetat .mit Leichtigkeit durchzuführen. Die anderen K. V. K. V. müssen sich mit dem Semesteretat begnügen. Sehr wichtig ist, dass hier die Ferien mitberücksichtigt werden, da einerseits die Beiträge der auswärtigen Bbr. Bbiv herabgesetzt zu werden pflegen , und andrerseits die Zahlungen erfahruhgsgemäss. viel" schwerer eingehen als im Semester.. Auf. der Aktivseite sind einzutragen.: . . •-. . . v;. ' 1) Die Monatsbeiträge der Aktiven und Inaktiven umgerechnet auf 6 Monate in gleicher Höhe. 2j- 'Die Semesterbeiträge der Alten Herren. Die Passivseite hat aufzuweisen: l.y Die monatlichen regelmässigen Zahlungen (Mi^e, Fax, Beleuchtung. Versicherung, Schuldenabzahlungen). 2.) Ein Ordinarium für Porti und dergleichen *) 3.) Ein Extraordinarium. a) für Mensuren, Antrittskneipe, Einladungen; ein Extraordinarium b) für Wolftsohnkneipen,. Kartelltage, Stiftungsfeste; ein Extraordinarium c) für Strafmandate, Diebstähle ausgerückter Faxe etc. 4.) den. Ausfall an Beiträgen während der F'erien. 5.) Einen Keilfonds. Die Höhe dieser Posten sind durch Vergleich mit den Ausgaben vergangener Semester bezw. durch Rundfrage (wie bei Punkt 4-V festzustellen. Diese Ausgaben sind zu summieren.' Beim Vergleich mit der Aktivseite seht Ihrdann gleich, wie gross der Fehlbetrag ist, der durch die Abzahlungen der alten Schuldner zu decken ist. Dieser Fehlbetrag ist von Anfang an energisch beizutreiben, nicht'erst von Fallzu Fall. Denn die Ebbe in den Kartellvereinskassen tritt immer am Schluss der Monate-ein, wenn natürlich unsere Ifehen Bbr.. Bbr. auch nichts niehr haben. Ich bin überzeugt, dass nach Aufstellung, des Semesteretats die plötzlichen Rc- .Petitionen verschwinden werden. . . ~ . Die Aufstellung eines Monatsetats ist nach dem Gesagten überflüssig und schädlich. Dazu sind die Ausgäben viel zu unregelmässig, und ein sparsamer Monat könnte leicht zum Verschwenden verführen, das sich im nächsten bitter rächte. *•) Beides umgerechnet auf das ganze Semester.