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Der jüdische Student · 1909-12-21 · Heft 9 (21.12.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 9 (21.12.1909)
Date
1909-12-21
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Her jiiJisrhe Student. lieh helfen sie allmählich, den etwas trägen Gebt einer kleinstädtischen Bürgerschaft anzuregen. Persönliches; Der B. C. vom 1. Dez'ember hat das Austrittsgesuch des Generaldispenslers Simon genehmigt. 3. XII. 09. . Siegbert N Li r n b e r g. Correspoinleir/im. Im Anschluss an die Jüdisch-studentische Monatsübersicht des Septemberheftes stellt A. H. Dr. Zabludowsky mir das neueste Material über die Judenfrage an den russischen Universitäten zur Verfügung: Ks ist leider traurig, dass wir den neuen Erlass unseres „schwarzen" Unterrichtsministers eine glückliche Lösung der Frage nennen müssen. Die Unklarheit des Erlasses über die Prozentberechnung bei Aufnahme von Juden in Hochschulen hatte dazu geführt, dass der liberale Rektor der Moskauer Universität die 3 Prozent von der Zahl der neu aufgenommenen Studenten berechnete! Da aber infolge der liberalen Handhabung der Prozentnorm in den letzten o o Jahren die Gesamtzahl der Juden an der Moskauer Univei äat bereits o Prozent überschritten hatte, verfügte der Minister die Ausschliessung der neu aufgenommenen CO Studenten. Natürlich nahm sich die gesamte fortschrittliche Presse dieser Iii) Juden an, angesehene Moskauer Juden fuhren nach Petersburg und wurden beim Minister vorstellig, die Universität selbst reichte ein GcmicIi zu Gunsten der 00 ein, obgleich der Rektor gleichzeitig sich schriftlich bei den wieder ausgegossenen Studenten wegen seines „Versehens" entschuldigte. Auch der Charkower Universitätsrekt«>r befürwoijctc persönlich eine liberalere Auslegung der Prozentno: m, und diesem Ansturm konnte selbst Schwarz niclit standhalten. Fr musste notgedrungen* sein Zirkular dahin interpretieren, dass die Prozentsätze von der Zahl der neueintretendee Studenten zu berechnen seien. So werden denn die 150 Moskauer und noch einige Hundert anderer jüdischer Kommilitonen ihren Finzug in die russischen Hochschulen halten dürfen. Dieser „Sieg" kommt uns aber teuer genug zu stehen. Die jüdischen Abiturienten "hatten vielfach alle Hoffnung, immatrikuliert zu werden, verloren und nahmen daher ihre Zwfluchr zum letzten traurigen Ausweg — sie liessen sich taufen. Die Zahl der Getauften wird dieses Jahr auf weit über hundert geschätzt. Und wenn auch wohl die meisten von ihnen nach Beendigung ihrer Studien zum Judentum wiederkehren werden, so ist das doch ein recht trauriges Zeugnis für die jüdische Gesinnung der jetzigen Jugend. Dieses furchtbare Ucbel wird bald noch mehr um sich greifen, nachdem der Ministerrat gegen die Stimme des Unterrichtsministers

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