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Der jüdische Student · 1909-12-21 · Heft 9 (21.12.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 9 (21.12.1909)
Date
1909-12-21
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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218 dem Kartelltag zu verbindende zehnjährige Stiftungsfest, dessen Termin nun :■■ ' Anfang Februar 1Ö10 festgesetzt ist. Jedenfalls gedenken wir ausser dem üblichen Festkonvent und den Verhandlungen einen grossen Kommers und am folgenden Abend einen Bali zu veranstalten. Vielleicht ausserdem einen jung-jüdischen Abend. Auch wollen wir eine Festzeitung mit ernstem und heiterem Teil herausgeben, und der Unterfertigte nimmt auch von fernen Bundesbrüclern Beitrüge hierzu gern und dankbar entgegen. Nun. ich - will nicht zu vieles vorher ausplaudern, weder von den Bierdramen, die im Entstehen sind, noch von sonstigem Klimbim, sondern hoffe, dass recht viele Bundesbrüder zum Feste nach Breslau kommen werden, um mit eigenen Augen zu sehen. Ich will lieber als braver Monatschronist von dem .reden, was schon geschehen ist. Das Vereinsleben geht mit Kneipen, Frühschoppen, Konventen, Diskussions- und Spielabenden meinen gewohnten Gang; Zellner hielt einen Vortrag über das Thema: Wie entstand der Ghettojude? Auch haben wir einen F. C, dem Zerkowski präsidiert. Unser Clubzimmer ist jetzt auch. einigermassen eingerichtet; zwar feli 1t noch sehr viel, dass es recht gemütlich und sehr voll sei, ja es werden uns noch einige Obligationen abgenommen werden müssen, damit wir wenigstens noch einen Teppich und ein paar Lehnstühle damr anschaffen kennen an verkable Clubsessel zu denken, sind wir schon zu bescheiden geworden«. Aber man kann sich jetzt schon darin authalten, und in dem breiten I->ksora sitzt sichs ganz famos. Wie gros^ übrigens dD Opferfreinligkeit der Aktivitas für die Ausstattung ist, kann man daraus ersehen, dass neulieh, Ende des Monats, bei einer gewöhnlichen Kneipe '">!) Mk. für die Ausschmückung durch Tellcr>amm!ur.g eingezogen wurden. Nun wir uns also unserer Wohnung wenigstens nicht <>;> ihrer Armseligkeit zu schämen brauchen, konnten airdi che (iesell schaftskurse ihren Anfang nahmen, in denen si dt A. IL Kirs dincrs Optimismus' glänzend bewährt hat, soweit man nach dem ersten Nachmittag urteilen darf. Am Sonntag, den 28. XI. fand er statt. I nserc Kneipe prangte im Schmuck von Tannengrün, und reichlich fanden sich die Gäste ein, bis sich 30 Damen und 31 Herren in unseren Räumen drängten. Einige der Damen halfen uns, den Tee zu bereiten und zu servieren, man trank ihn, knabberte Cakes und plauderte. Dann kam Bbr. Jacobsons inhaltsreicher Vortrag über den Fintritt der Juden in die moderne Kultur an die Reihe, der mit grossem Interesse angehört und beifallig aufgenommen wurde. Auch dann blieben wir noch eine Weile beisammen, und zum Schluss brachte Zerkowski ein Gedicht von Frug zu Gehör. So verlief der erste Gesellschaftsnachmittag in angenehmer und durchaus würdiger Weise, und es lässt sich voraussagen, dass zum nächsten die Beteiligung womöglich noch zunehmen wird.

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