Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 9 (21.12.1909)
- Date
- 1909-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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216 § 2. § 2. Der Verein steht auf dem Boden des Judentums. Im Verein darf nichts geschehen, w?.s irgend eine Richtung des Judentums verletzen könnte. Die Besprechung politischer und religiös dogmatischer Fraist unteisagt. Dass der bekannte Referendar Regensburger-Braunschweig, kurz darauf einen erfolgreichen Agitationsvortrag hielt, uns Im Jüdischen Jugendbund darf nichts geschehen, was irgend eine Richtung im Judentums verletzen könnte. Eine bindende Stellungnahme ist aufgeschlossen. gen der Taktik? Recht gab, wirkte wie ein kalter Wasser- — aus strahl. Moral: Wir gewinnen die Jugendvereine nur durch gleich massvolle wie zielbewusste Taktik. Man hüte sich vor zionistischen Phrasen und jung-jüdischen Literaturverkaufsständen. Die Hauptaufgabe ist, dass der nächste Delegiertentag ein jüdisches Ereignis in Deutschland werde. Dann wi;d sich zeigen, wer richtig gearbeitet. 2. XII. 1)9.; Oscar Nathan. Berlin. In recht lebhafter Weise gestaltet sich in diesem Wintersemester das Vercinsleben, — vor allem, wenn ich bedenke, wie wenig von Anregungen in den zwei vergangenen Semestern zu spüren gewesen war. Besonders glucklich erscheint es mir, dass sämtliche Veranstaltungen der drei hiesigen Vereine gemeinsam stattfinden, so dass man sich näher trilt, nach innen und nach aussen geeinter und stärker erscheint. Dies letztere Moment machte sich bei der Zusammenstellung der Vertreter z-mi Ausschluss der Inkorporierten für die JahrhumLrt'Vier 1010 der hiesigen Universität geltend, indem es ir.s ohne Muhe gelang, einen Vertreter von uns in diesen Ausschuss zu bekommen, und zwar durch die schwarzen Korporationen (V. 1). St., A. T. B. etc.M. Immerhin ein erfreuliches Zeichen dafür, wie sehr und mit welcher Berechtigung wir als Vertreter der jüdischen Studentenschaft hier angesehen werden. Schwerer ist dies Jahr unsere Stellung bei der Lesehallenwahl gewesen Denn nachdem die Sprevia ein Zusammengehen der V.J.K, für diesmal unmöglich gemacht hatte (sie verlangte für sich von vornherein einen Kandidaten), hatte sie der Dahlemia inoffiziell den Vorschlag gemacht, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, den die Sprevia dann durchbringen würde. Wir waren froh, hieraus einen Grund zur Nichtteilnahme an den diesjährigen Wahlen herleiten zu können, als im letzten Augenblick die Dahlemia die offizielle Absage der Sprevia erhielt und wir uns somit vor die Alternative gestellt sahen, dass entweder überhaupt kein jüdischer Vertreter in das Lesehallen-Direktorium käme oder aber wir selbst einen Kan-