Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 8 (23.11.1909)
- Date
- 1909-11-23
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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106 Der jüdische Student. zehn — besucht. . Da diese bis auf einen Einheimische sind, ist die Aussicht auf einigen Erfolg stark gemindert, gleichwohl hoffen wir, noch mehrere Eüxe zu gewinnen. Auf dem Antrittskonvent, der am 2ü. X. stattfand, wurden gewählt: Abraham X Pick xx Apt, XXX, letzterer vorbehaltlich seiner endgültigen Ueberweisung an uns, die inzwischen erfolgt ist. Die Antrittskneipe veranstalteten die drei Berliner Vereine gemeinschaftlich am b\ November. Da in unserer Kasse augenblicklich vollständige Ebbe eingetreten ist und wir noch eine Reihe unaufschiebbarer Zahlungen zu machen haben, ersuchen wir sämtliche Dundcsbrüdcr, die noch Schulden an uns haben, diese umgehend zu begleichen. Auch bitten wir die Alten Herren, ihre fädigen Semesterbeiträge einzuschicken, und zwar an Bbr. K'.irt Pick, Berlin, Fiemnungs.tr. 14. 11. XL 09. Abraham X Breslau. Am Ende der Ferien gab es noch einmal reichlich Arbeit. Für den Verbandstag der deutschen Juden hatten wir uns, ebenso wie der K. C, als Ordner zur Verfügung gestellt. Wir erwarteten auch zu chargieren und hatten alles dafür vorbereitet, auch durchgesetzt, dass der Verein eine Einladung erhielt, sowie den Platz für die Chargierten bereits ausgesucht. Jedoch Justizrat Horwitz hielt es nicht für angebracht, da-s Studenienverbindungen vertreten seien — es klang eine gewisse Furcht vor Zionismus aus den höflichen Worten des Generalsekretärs hervor - , und wir einigten uns dahin, dass den nicht als Ordnern beschäftigten luindesbrüderu Plätze in beliebiger Zahl in der Abteilung für geladene Gäste reserviert wurden. Der Jiulcntag selbst brachte wenig, was für uns v»n besonderer Bedeutung wäre. Charakteristisch war nur, wie die meisten Juden sich darüber aufregten, dass Rabbiner Dr. Guttmann in seinem apologetischen Vortrag stellenweis christlichen Gelehrten etwas scharf, wenn auch ganz wissenschaftlich entgegentrat, und solches trotz der Gegenwart des Oberpräsidenten. Die anderen Votträge, die sich beide mit den Juden in der Ostmark befassten, waren inhaltlich vorzüglich und recht lehrreich. Hingegen war das Niveau der Diskussion betrüblich niedrig. Imponierend war an der ganzen Veranstaltung eigentlich nur die sehr repräsentablc Versammlung von Juden und die schneidige glatte Leitung. Ferner wurden wir von der Loge zu einer Yorberatung wegen eines zu gründenden jüdischen Jugendvereins geladen.. Die Vorarbeit wurde einem Tgliedrigen Comite zugewiesen, in dem wir natürlich vertreten sind, und die Gründung ist nun für die 2. Hälfte des November bestimmt zu erwarten. Den Vorsitz wird voraussichtlich kein V. J. Ster führen, da man aus Opportunitätsgründen