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Der jüdische Student · 1909-09-14 · Heft 6 (14.9.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 6 (14.9.1909)
Date
1909-09-14
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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14U rheinlandischen jüdischen Akademikern zum B. J. C. würde ausserordentlich steigen, wenn sie in ihrer Heimatprovinz einen Y. J. St. sehen würden. In jedem Semester seien in Bonn zahlreiche jüdische Akademiker vorhanden, die der K. C.-Verbindung nicht beitreten wollten, aber gern einem V. J. St. angehören würden. Da* zu komme, dass die. im Rheinlande beheimateten B. J. Oer, die in Bonn einen Teil ihrer Studiensemester verbringen müssten, schon immer schmerzlich einen Y. J. St. in ihrer Ileimatsuniversität und dadurch den Zusammenhang mit dem B. J. C. vermisst hätten. Aus diesen Gründen sei die Gründung eines V. J. St. in Bonn eine gebieterische Notwendigkeit, die über kurz oder lang doch ihre Erfüllung dringend heischen würde. Warum solle man also die günstige Gelegenheit, auf bequeme Weise — mit Benützung des J. W\ Y. — einen B. J. C.-Verein im Rheinland gründen zu können, ungenützt verstreichen lassen? Das Präsidium glaubte an diesen Darlegungen Ichenhäusers nicht achtlos vorübergehen zu dürfen, um so weniger, als gleichzeitig auch der K. Y. Freiburg, in den ein J. W. V.er als C. K. eingetreten war, uns bat, ein eventuelles Aufnahmegesuch des J. W. V. zustimmend zu beantworten. Wir hielten es aber für unsere Pflicht, bevor wir irgend welche weiteren Schritte unternahmen, über das. Aussehen des J. W. Y. Bonn, das Menschenmaterial und den judischen (^eist in ihm ein objektives, nicht durch die Brille der rheinlandischen V. J. St.er gesehenes Bild zu erhalten. Ks traf sich günstig, dass sich seit Beginn des Jahres unser A. H. Dr. Gotthold Weil in Bonn aufhielt. An ihn wandten wir uns mit der Bitte, sich den J. W. V. einmal etwas näher anzusehen un^l uns über seine Kindrucke vom [. W. V. ausfuhrlich zu berichten. Wir wollten uns vor allem darüber vergewissern, ob die Mitglieder des J. W. V. geeignet waren, die ersten Träger des B. J. Cer-Gedankens in einem neuen V. J. St. zu sein und ob nicht vielleicht, wie seinerzeit bei der Gründung von Strassburg, schon in dem aufzunehmenden Verein eine alte Tradition vorhanden wäre, die dem Eindringen und Durchdringen des V. J. St.er- Ideals und Y. J. St.-ertums hinderlich und gefahrlich sein würde. Wir wussten, dass wir von Weil grösste Objektivität erwarten durften. Durch Vermittlung1 von fchenhäuser erhielt Weil Zutritt zum J. W. Y., sodass er uns bald den gewünschten Bericht geben konnte. Weil schrieb uns, dass die Mitglieder des J. W. V., der aus 8 Aktiven bestehe, in punkto Judentum „völlig unbeschriebene Blätter" seien. .Eine, bestimmte positive Tendenz sei nicht vorhanden, also auch keine schädliche Tradition zu fürchten. . Die J. W. V.er seien geistig keine Genies, aber sicherlich erziehungsfähig. Wenn der J. W. V. in den B. J. C. aufgenommen werde — und er, Weil, rate dazu —, so würden die J. W. V.er beim Einzüge der V. J. St.er-Idee vollkommen von ihr gefangen werden und. sich ihr völlig assimilieren. Es sei also für den Fall der Aufnahme des J. W. V. in den B. J. C. nur eins nötig: die Entsen-

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