Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 5 (24.8.1909)
- Date
- 1909-08-24
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Der Südliche Student ÜTonateicfrrirt bc& £unöe* Jubilier Korporationen 6. Jahrg. 23crlhi, 24. 2lujuft 100t). Ho. 5. Die Hilfsaktion für Freibnrg. Zu Ende des Sommersemesters ist im B. J. C. eine finanzielle Aktion erfolgt, die aus mannigfachen Gründen an leitender bteile des J. St. besprachen zu werden verdient. Die unglückselige Finanzlage, in der sich unser Freiburger Kartellverein schon das ganze Semester hindurch befand, ging ja zur Genüge aus den Frei bürg er Berichten hervor. Bei Schluss des Wintersemesters lÖUS'Oü betrugen die Schulden des Vereins etwa 4000 M. Mit Hilfe einiger Freiburger A.II. A. H. gelang es dem Verein — zunächst ohne Inanspruchnahme des B. J. C. als solchen —, bis Anfang Juli die Schuldenlast um etwa 20U0 M. zu verringern. Als dann jedoch ein grösserer Teil der noch nicht befriedigten Gläubiger daran ging, sofortige Bezahlung seiner Forderungen zu erzwingen, waren die Freiburger selbst nicht mehr im stände, die Suspension, die unvermeidlich die Folge der drohenden fruchtlosen Pfändungen sein mussre. zu verhindern. Von dieser Sachlage wurde das Präsidium erst kurz vor dem Hauptzahlungstermin in Kenntnis gesetzt. Das Präsidium ida Rosenkranz verreist war, nahm Max Berlowitz die Leitung der Aktion mit grosser Tatkraft in die lland< benachrichtigte die übrigen Karteilvereine sowie eine Anzahl einzelner B. J. C.er und forderte sofortige Unterstützung. Binnen 4 Tagen waren mehr als 1500 M. zur Stelle; etwa 400 iL, die leihweise zur Verfugung gestellt worden waren, sind grossenteils bereits zurückerstattet worden. Freiburg wird das Wintersemester mit einer durchaus normalen Schuldenlast — etwa 7üÖ Mark — eröffnen. Die erste Empfindung, die dieser Sachverhalt bei jedem B. J. C.er auslösen muss und wird, ist aufrichtige Freude und Genugtuung über die selbstverständliche Hilfsbereitschaft aller — oder doch fast aller — Angegangenen. Hb ist geradezu erquickend, einmal nicht bloss feststellen zu können, dass über bundesbruderhche Gesinnung diskutiert und Bundesbruderlichkeit gepredigt worden ist, sondern dass sie in einem bedeutungsvollen Falle geübt worden ist. Und gleichzeitig wird man in dem Verhalten dieser Bundesbrüder ein leises Zeichen der persönlichkeitsumfassenden Kraft erblicken können, die wir dem V. J. St.ergedanken überhaupt statt lediglich intellektueller Herrschaft eingeräumt zu sehen wünschen. Vergegenwärtigen muss man sich hierbei noch, dass infolge der durch die Sachlage gebotenen .Kiie, im tnn/ftn nur v~-fo.-;u~:.-