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Der jüdische Student · 1909-05-21 · Heft 2 (21.5.1909) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
6 (1909-1910)
Issue
Heft 2 (21.5.1909)
Date
1909-05-21
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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,30 Der jüdische Student. Diese Ueberweisungen wurden auf Grund derjenigen der K. V. K. V. vorgenommen, die vom Präsidium Situationsberichte erhalten hatten, und zum kleineren Teil auf Grund längerer Correspondenz mit einzelnen Bundesbrüdern. Ich glaube nicht, dass die oben angeführte Statistik bei Semesterbeginn stimmen wird. Denn 1) sind nicht alle Ueberwiesenen nach ihrem Bestimmungsort gegangen, 2) sind Nichtüberwiesene — übergesiedelt, 3) sind Nichtüberwiesene überwiesen worden von ihrer FerienkommissiorL Woraus sich ein anmutiges Greifspiel ergeben hat. Die Ursache liegt darin, dass das Präsidium noch nicht statutenmässig das Recht hat, Ueberweisungen vorzunehmen. Zwar bestand bei den V. K. V. selbst der gute Willen, sich den Wünschen des Präsidiums zu fügen — und auch Ueberweisungen zu erhalten — aber die Herren Bundesbrüder wussten sich zu helfen. Da jeder überwiesen werden musste, so tat er das bei der am wenigsten beschwerlichen Stelle — der Ferienkommission. Das war eine traurige Drückebergerei. Daraus folgt, dass der nächste K. T. die Regelung der Ueberweisungen derart ordnet, dass das Präsidium allein Ueberweisungen endgültig vornehmen kann. Der Gang der Dinge wird folgender sein. Am Semesterende Berichte der Vereine über die nächstsemestrigen Aussichten, wieviele fortgehen, wie viele ger-> " c> wünscht werden, darauf Ueberweisungsvorsehlüge des Präsidiums an die Vereine. Es folgen dementsprechend die Ueberweisungen der Vereine, die zur Genehmigung dem Prä-idium vorgelegt werden. Das Präsidium genehmigt einen Teil — den anderen nicht. Das Semester schliesst. Von nun ab geschehen alle Ueberweisungen nur durch das Präsidium. Die gedeihliche Mitwirkung der Ferienkommission verschwindet. Aus der angenehm ausgedehnten Correspondenz, die zu rühren war, kommen für die Nachfahren nur einige Lehren heraus. 1) Nur das Präsidium ist Dein Herr und 2) Wenn es einen aus seiner Mitte mit der ganzen Arbeit betraut, so ist das ein feiner Herr 3) Du sollst dem vieles sagen, was Du auf dem Herzen hast — aber nicht alles * 4) und ja nicht auf Postkarten 5) und nur keine Citate, auch nicht von Humboldt 6) Du sollst bei der Gelegenheit keine Tendenzreden halten — denn sie sind schlecht, und Du brauchst sie später nötig 7) Du sollst dich nicht „zur Verfügung stellen" und, wenn man dich nach Königsberg schickt, sagen: ich bin totkrank und muss nach Freiburg 8) Wenn Du nach Strassburg überwiesen wirst, denke nicht unbedingt, dass Du ein Retter werden sollst diesem Volke 9) % Sei guten Willens — wozu F. R. und Dimissionsstrafen? 10) Und froh, wenn Du bleiben darfst, wo Du bist.

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