Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 2 (21.5.1909)
- Date
- 1909-05-21
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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28 Der jüdische Student. war er gern bereit, uns mit dem Schatze seiner reichen Erfahrungen helfend zur Seite zu stehen. Er wurde damals zum Mitbegründer mit Sitz und Stimme im Convent und fünf Jahre später zum A. H. h. c. ernannt. Vor allem fand unsere positive jüdische Arbeit seine Anerkennung, und er liess es sich nicht nehmen, trotz seiner angestrengten Beschädigung noch vor wenigen Jahren zwei Semester lang einen hebräischen Kurs für uns abzuhalten. Er kam oft zu unseren grösseren Veranstaltungen, und wenn er hier sah, wie in unseren Reihen ein Geschlecht stolzer aufrechter Juden heranwuchs, da ging ein Leuchten der Freude über sein Antlitz. In unserer Mitte fühlte er sich wohl, fühlte er sich wieder jung, wie er ort betonte, und wenn er das Wort ergriff, um von unseren Zielen und Idealen zu reden, dann sprach er mit dem Feuereifer eines Jünglings. Als efhcs Abendder Vater eines Rundesbruders aufstand und bekannte, dass er dem Judentum fast ganz-entfremdet gewesen sei und durch die Zugehörigkeit seines Sohnes zum V. J. St. wieder selbst Jude geworden sei, da kamen Badt die Tränen in die Augen, und n<°>ch manchmal gab er seiner Freude über dieses Bekenntnis Ausdruck. Es ist natürlich, dass Badt, der für die Erhaltung und Regeneration des Judentums bestrebt war, an der z. nistischen Bewegung nicht teilnahmslos vorübergehen konnte. Hatte er früher schon i n Esra für die Besudelung Palästinas gearbeitet, so schloss er mit Aurtreten des politischen Zionismus sich diesem an und suchte unermüdlich bei Freund und Gegner für diesen zu wirken. Badt, der in seinem Berufe als Lehrer auf die Jugend zu wirken hatte, hat auch in seiner jüdischen Tätigkeit sich ort und gern der Jugend zugewandt und aus ihr sich Mitarbeiter heranzuziehen gesucht. Und wie gern arbeitete man mit ihm zusammen! Hier lernte man ihn erst in Wahrheit schätzen und verehren. Hier lernte man «seine tiefe Religiosität, sein unbeugsames Pflichtgefühl, seine gewaltige Arbeitskraft, seine vielseitige Begabung, seinen durchdringenden Verstand und seinen graden Charakter kennen. Zu ihm konnte man wie zu einem Vater offen und ohne Scheu reden, und wie ein väterlicher Freund gab er seinen erfahrenen Rat. Nun ist er dahin. Was sterblich an ihm war, birgt der Erde Schoss. Aber unvergessen wird bleiben, was er geschaffen hat. Uns sei er das Vorbild eines treuen und echten Juden! c. w. Die Hezirksverbünde. Bisher sind folgende Bezirksverbände gegründet worden: I. Rheinland-Westfalen; umfasst die V. J. St.-er von Bonn bis Dortmund, tagt gewöhnlich alle 2 Monate abwechselnd in Düsseldorf und Cöln. Vorsitzender: Kolski-Rhees.