Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 6 (1909-1910)
- Issue
- Heft 1 (22.4.1909)
- Date
- 1909-04-22
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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H Der jüdische Student. Zeitlich ergeben sich, parallel mit der allgemeinen jüdischen Geschichte, drei grössere Epochen: das Mittelalter und die beiden durch das Entstehen des modernen Antisemitismus gebildeten Hälften des 19. Jahrhunderts. Es ist mithin möglich, den gesammten Stoff unter einen der drei grossen Gesichtspunkte zu gruppieren: sachliche, räumliche oder zeitliche Einteilung. Ich ziehe die räumliche Hauptgliederung vor und ordne ihr zunächst die zeitlichen, diesen dann die sachlichen Abschnitte unter. Der detaillierte Grundriss dürfte dann — ohne dass ich mich deshalb festlegen will — etwa folgendermassen aussehen: A Deutschland, E Italien, J Belgien, Niederlande, B Oesterr.-Ung., F Frankreich, K Spanien, Griechenland, C Die Schweiz, G England, L Die Nordischen Länder, D Russland, H Rumänien, M Amerika. Für jede dieser (eventuell noch zu vermehrenden oder zusammenzuziehenden) Hauptabteilungen kommen folgende drei Zeiträume in Betracht: I. Von der Gründung der Universitäten bis zur Judenemanzipation in dem betr. Lande (das Mittelalter); II. Von der Emanzipation bis zur Mitte (zum Ende) des 19. Jahrhunderts (die liberale Epoche); III. Von der Entstehung des modernen Antisemitismus bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts ^die Reaktion). Innerhalb eines jeden dieser drei Zeiträume gelangen nun in folgender Weise die bereits angedeuteten sachlichen Verhältnisse zur Behandlung: 1. Die Juden als Dozenten a) Zulassung von Juden als Dozenten Gesetzliche Bestimmungen und dgl. — Praxis — Statistik (Anzahl, Verteilung auf die Facuitäten, Ordinarien und Privatdozentenl — In- und Ausländer — Verhältnis zu den Akademieen — weibliche Dozenten. b) Behandlung der zugelassenen jüdischen Dozenten seitens der akademischen (und staatlichen) Behörden, „ der nichtjüdischen Kollegen, „ der Studierenden, der OerTentlichkeit, insbesondere der Presse und politischen Parteien. 2. Die Juden als Studierende. a) Zulassung von Juden als Studierende Gesetzliche Bestimmungen (Privilegien, Statuten) — Praxis — Statistik (Anzahl, Verteilung auf die Facuitäten, akadem. Grade, Personalia) — In- und Ausländer — weibliche Studierende — Kriminalität u. ä. b) Behandlung und Beurteilung der jüdischen Studierenden