Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1909)
- Date
- 1909-03-19
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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282 Der jüdische Student. Strassburg. Die Burschenprüfung fand am 25. Februar statt. Es bestand Bbr. Gustave Levy. Am selben Tage schlössen wir das Semester. Zu Ferien-Chargierten wurden gewählt: Bbr. David, Bbr. Ludwig Mayer, Bbr. Edgar Weill. Ueberwiesen wurden: Die Bbr. Bbr. Paul Levy, Henry Levy, Gustave Levy nach München Bbr. Nussbaum nach Marburg. Bbr. Lewin nach Berlin. Bbr. Lewin erhielt vom B. C. eine verschärfte Rüge wegen Vergehens gegen die Vereinsdisziplin. Nussbaum. Freiburg. Die zwischen uns und den Ghibellinen bestehende Spannung hat sich trotz der Intervention des Präsidiums (über die man in Nr. 9 des J. St. nachlesen kann) bedeutend verschärft. Kürzlich ist der lange erwartete Bruch erfolgt, und zwar im Anschluss an Verhandlungen über den Termin der Mensur von Bbr. Landau. Landau hat zu Anfang des Semesters von Herrn Meyer Ghibelliniae eine Säbelforderung erhalten, die nach seinem Examen ausgetragen werden sollte. Da Landau nach Absolvierung seines Examens nach Berlin fuhr, so forderten wir Herrn Mever wiederholt auf, ihm dorthin nachzureisen. Die Ghibellinen behaupteten jedoch, dass in diesem Falle der allgemeine Comment nicht ziehe — nach dem Herr Meyer nachreisen musste — sondern dass Landau hier antreten müsse, weil hier die Contrahage gefallen und das E.-G. gestiegen sei. Während noch die Verhandlungen schwebten, wurden wir von den Ghibellinen plötzlich und ungerechtfertigt in Verruf gesteckt. Diese Verrufserklärung, von der wir das Präsidium sofort benachrichtigten, beantworteten wir mit Verhängung des schweren Waffenverrurs. Das Präsidium hält die Angelegenheit hiermit aber noch nicht für erledigt, sonderif verspricht sich von einer Aktion, die es gegen den gesamten K.-C. im Anschluss an diese Affäre unternehmen will, eine, ich glaube, Boykottierung der Ghibellinen oder gar des K. C. Zunächst hat Landau im Auftrage des Präsidiums gegen den Wunsch unseres Conventes den Ghibellinen eine Chargiertenforderung überschickt, die unter der Bedingung angenommen wurde, dass Landau auch hier in Freiburg gegen Meyer (nach Austragung der Chargiertensuite) antreten solle. Später bestimmten die Ghibellinen — das Präsidium war auch damit einverstanden —, dass die Partie gegen Herrn Meyer zuerst steigen müsse. Freilich übersah das Präsidium hierbei, dass wir, die wir den entgegengesetzten Standpunkt den Ghibellinen gegenüber vertreten haben (dafür sogar in Verruf gesteckt worden sind), durch diese Zustimmung desavouiert worden sind. — Landau ist angetreten und im 02. Gange abgeführt worden. Pawel musste krankheitshalber, Buslik aus familiären Gründen austreten.