Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 11 (24.2.1909)
- Date
- 1909-02-24
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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254 Der jüdische Student schaften, deren Unterhaltung an und für sich mit grösseren Kosten verknüpft ist. An Vorträgen fanden statt: Bbr. Läufer: Warum bin ich V. J. St.-er? Ausserdem wird allwöchentlich - ein Zeitungsreferat gehalten, das uns über die neuesten Ereignisse in der jüdischen Welt auf dem Laufenden erhält. Unser Beleger Herr Meyer trat vor kurzem gegen Herrn Csapski (Licariae) auf Säbel s. s. 15 an und paukte aus. Die Austrittsgesuche der Füxe Lob, Davidsohn und Lazarus wurden genehmigt. Kupfer X. Marburg. Unser Vereinsleben wickelt sich gleichmässig und ruhig ab und wird, weil es sich in so eng umschriebenen Grenzen bewegt, von den einzelnen aussergewohnlichen Ereignissen nicht sehr gestört. Wir widmen einen Teil unserer Tätigkeit der zionistischen Ortsgruppe, allwo wir einen Teil der Vorträge, die wöchentlich stattfinden, halten. Vergangene Woche hatten wir die Freude, Herrn Davis Triersch dort sprechen zu hören. Die Zahl unserer Aktiven und der aktiv sich Beteiligenden ist weiter zusammengeschmolzen. Aus Zeitmangel dechargierte Bbr. Hirsch, weil er sich intensiv zum Physikum vorbereitet, infolgedessen hat Bbr. Eisberg den gesamten Fuxenunterricht übernommen. Kux Wertheim beanspruchte ebenfalls Generaldispens zur Vorbereitung für sein Lateinexamen und stellte uns vor die Alternative, dass er im Falle der Nichtbewilligung seines Gesuches austreten werde. Wir wählten das letztere und bewilligten sein Austrittsgesuch, weil W. für uns untauglich war. Die Füxe Katzenstein, Schön und Spier bestanden kurz vor den Weihnachtsferien ihr Fuxenexamen. Herr cand. med. Max Michael, ehemaliges Mitglied der V. J. A., meldete sich bei uns als O. V. G. Herr M. hatte die Freundlichkeit, einen wöchentlich stattfindenden Geschichtskurs bei uns zu übernehmen. Da Herr M. über umfassende Geschichts kenntnisse verfügt, versteht er es vorzüglich, einen Ueberblick über die Geschichte der Juden seit dem 15. Jahrhundert im Zusammenhang mit der allgemeinen Geschichte zu geben. Bbr. Fuerst hatte eine Kontrahage mit einem Beleger einer hiesigen Turnerschaft wegen eines antisemitischen Rencontres. F. forderte auf Säbel s. s. 30. Dem Austrag der Partie stellen sich nun grosse Schwierigkeiten entgegen, da die Turnerschaft verlangt, dass F. in ihrem Pauk Verhältnis belegt. Darauf lassen wir uns natürlich nicht ein. Wir verfuhren nach dem Muster des in Königsberg geschaffenen Präcedenzfalles. Jedoch schweben zur Zeit noch die Verhandlungen.