Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 11 (24.2.1909)
- Date
- 1909-02-24
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 251 burger Y. J. St.-ertum einem grosszügigeren B. J. C.-erbe\vusstsein Platz gemacht. Eine Folge davon ist, dass in allen wichtigen Fragen Ein" mutigkeit herrscht und dass von einem Gegensatz zwischen der sogenannten radikalen Richtung und der gemässigten kaum noch die Rede ist. Der so beliebte „persönliche Zusammenhang unter den Bbr. Bbr." stellt sich in einer Stadt wie Strassburg, die trotz ihrer 5000 Juden doch noch eine richtige „Kehülah" ist, mit Leielv tigkeit ein. Unsere gesellschaftlichen Beziehungen nach aussen hin lassen ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Es gibt keinen V. J. St. — ausgenommen vielleicht Königs" berg, — dem solche Kreise offen stehen wie dem V. J. St. Strass" bürg. Bei der geringen Zahl der Bbr. Bbr. tragt natürlich der Verkehr mit der Bürgerschaft einen mehr privaten Charakter, aber das darf auf keinen Fall so bleiben, wenn nicht in dem regen jüdischen Leben, das sich hier entfaltet, der V. j. St. völlig ausgeschaltet werden soll. Die Doge entwickelt eine ausgedehnte Tätigkeit, der Turnverein bildet mit seinen 140 Mitgliedern eine Zentrale für die nicht-akademische Jugend, in den Frauen-Vereinen sucht man praktische jüdische Arbeit zu leisten, kurz, es gärt und treibt überall, sodass man sich in die Anfangszeiten der zionistischen Bewegung (wie sie unsere ältesten A. H. A. H. schildern) versetzt glaubt. Aber die vorhandenen Kräfte müssen auf die rechte Art ausgenutzt und geleitet werden, und deswegen muss der V. J. St. jet?t unbedingt au:* dem Tosten sein, wenn er nicht eine Politik der verpassten Möglichkeiten treiben will. iVs Präsidium und die K. V. K. V. werden hoffe udieh einsehen, das. sie uns möglichst viel Leute schicken müssen — 4- oder ö werden wohl zu entbehren sein —, damit wir die Lirken aus'allen. Die, wcLhe kommen, werden es nicht bereuen, denn sie lernen hier ehe der schönsten Gegenden Deutschlands kennen und ein intenssanUs Problem der deutschen Kultur und Politik. Der Ausschuss, von dem im vori-en Peti lee die Rede war ist jetzt zu Stande gekommen. Wir Ii alten uns an den Vorver handlungen nicht beteiligt, weil im W.-S. 1907/tS einige Korporatio neu im provisorischen Ausschuss sich geweigert hatten, beim Prinzen-Kommers sich von uns vertreten zu lassen. Nachdem der jetzige Ausschuss unter Beteiligung sämtlicher Korporationen gebildet war, forderte uns der Rektor nochmals zum Fintritt auf. Da gegen die Statuten nichts einzuwenden war, traten wir bei, indem wir gegen die Vorgänge im provisorischen Ausschuss protestierten. Wir beteiligten uns an dem Kaiserkommers am 27. Januar und an der Auffahrt. Vorträge oder Referate hielten bisher: Die Bbr. Bbr. Paul Levy, Roos und Lewin über Zionisten- Kongresse. Bbr. Nussbaum über „Das Judentum am Scheidewege".