Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 4 (30.7.1908)
- Date
- 1908-07-30
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student. 93 Unsere freundschaftlichen Beziehungen zu den A. H. A. H. beabsichtigen wir durch eine Reihe von Besuchen zu dokumentieren, die wir bei Zwirn und Rosenkranz begannen. Dass wir regelmässig fechten, ist selbstverständlich, und zwar, wie immer, 5 mal wöchentlich. Nussb au m. Marburg. Dem Berichte Strassburgs in der letzten Nummer des J. St können wir einen ähnlichen folgen lassen. Auch wir können Gutes berichten. Wir haben dadurch, dass aus Berlin, München, Breslau und vor allem aus der Maccabaea Bor. Bbr. hergekommen sind, die für Marburg beträchtliche Zahl von 19 Mann erreicht, davon sind allerdings (> inaktiv, und 2 haben Generaldispens. Der Verkehr zwischen den Bundesbrüdern ist ein sehr reger. Um 7 h. treffen wir uns täglich beim Fechten, um 1 h. bei Tisch, nnd wenn am Abend keine offizielle Veranstaltung ist, trifft man sich im „Ghetto" (am Werdaerweg 2f>). Aus dem internen Vereinsleben ist erfreulicherweise nicht viel Aufregendes mitzuteilen. Es wurden Referate gehalten, u. a. von Bbr. Fink über die jüdischen Organisationen und von Bbr. Stern über die jüdische Agrargesetzgebung. — Wir beschäftigen uns sehr eifrig in der zionistischen Ortsgruppe. Sie war in den letzten Ferien schon beinahe eingegangen und konnte erst durch unser Mitwirken wieder in dir Höhe kommen. Sämtliche Burschen sind Mitglieder, und die Referate an den Vortragsabenden wurden bisher nur von V. J. St.-ern gehalten. Es referierten Hirsch über „Rom und Jerusalem", Zamory über die „Autoemanzipation", Fink über den ,,Judenstaat". So ist denn die Ortsgruppe eigentlich nur ein erweiterter V. J. St., und daher sind auch die Versammlungen für alle Aktiven offiziell. Nach aussen hin konnte der Verein im W. S. wegen der allzu geringen Zahl der Aktiven nichts leisten. Da konnten wir Vieles wieder gut machen.. Auf der Antrittskneipe versammelten wir eine grosse Zahl angesehener Gemeindemitglieder, die uns herzlich begrüssten und sich bei uns sehr wohl fühlten. Ein wohlgelungener Ausflug nach dem Staufenberg verschärfte uns die ungeteilte Sympathie der Marburger Damen. Gegenwärtig planen wir noch ein grosses Sommerfest. — Sehr angenehm berührte hier, das wir das gespannte Verhältnis zur J. W. G. V. aufgaben. Die ,Jüdisch wissenschaftlich-gesellige Vereinigung" besteht ausStudenten und einigen Kaufleuten und hatte durch ihr langes Bestehen in der Bürgerschaft festen Fuss gefasst. Als man sich daher im vorigen Jahre mit ihr überwarf, nahm die Bürgerschaft es uns sehr übel. Jetzt konnten wir ruhig den Versuch machen, das Verhältnis zur J. W. G. V. wieder freundlicher zu gestalten, besonders da wir wussten, dass man auf halbem Wege entgegenkommen werde. Wir gaben deshalb X Zamory Vollmacht zu privaten Unterhandlungen