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Der jüdische Student · 1908-07-30 · Heft 4 (30.7.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
5 (1908-1909)
Issue
Heft 4 (30.7.1908)
Date
1908-07-30
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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90 Der jüdische Student. Banquier Herrn. Abr. Kahn wurde zum Ehrenphilster ernannt Da wir einsahen, das-3 aus dem diessemestrigen völlig zerrütteten Vereinsleben heraus in keiner Beziehung Erspriessliches geleistet werden kann, schlössen wir das Semester und befinden uns also in den Ferien. Die F. K. besteht aus Rothschild,- Landau Meyersohn, vom 25. Juli ab aus Landau, Benenson. Den Präcidiumsmitgliedern Arnold Hildesheimer und A. H. Dr. Zwirn sagen wir hier an dieser Stelle nochmals unseren Dank für ihre Bemühungen um eine Sanierung. Briefe etc. sind von nun an zu richten an cand. med. dent. Leo Landau, Zähringerstr. 58. Königsberg. Persönliches. In den A. C. aufgenommen wurde med. Philipp Kurljandtschik (Riga) Unser lieber I. A. Loewenstein hat seinen Doktor ehem. magna cum lande bestanden. Das Austrittsgesuch Erwin Meyers, das dieser nach Ablauf der Dimissionszeit eingereicht hatte, wurde bewilligt. Wir unternahmen am 21. Juni einen Ausflug nach dem Galtgarben, dem sich viele uns nahe stehende Damen anschlössen und der einen recht gemütlichen Verlauf nahm. Was das innere Vereinsleben angeht, so wird in diesem Semester besonders grosser Wert auf die Ausbildung der Füxe gelegt, in den Fuxenunterricht teilen sich die Bbr. Blumenfeld^ und Rosenfeld. Am 27. Juni sprach Bbr. Blumenfeld über „Die Juden und die deutsche Politik". Das Yereinsleben ist ein recht erfreuliches, das Verhältnis der einzelnen Bbr. Bbr. zueinander ein recht gutes, wozu unser Couleurboot, das uns fast jeden Abend zu gemütlichem Beisammensein vereint, nicht unwesentlich beiträgt. Doch in unsere allgemeine Zufriedenheit fällt ein dunkler Schatten, wenn wir an das kommende Semester denken. Um es kurz heraus zu sagen, wir stehen vor der Auflösung, falls wir im Winter nicht einige tüchtige V. J. St.-er herbekommen. Unsere älteren Bündesbrüder, die dem Verein das grösste Interesse entgegenbringen, stehen sämtlich kurz vor dem Examen, sie werden uns alsbald verlassen, und was dann zurückbleibt, das sind Füxe im I. Semester und ein einziger aktiver Bursch ohne Generaldispens, die übrigen sind Examenssemester. Ernster denn sonst ergeht deshalb an unsere lieben K. V. K. V. die Bitte, uns bei den Ueberweisungen für das Wintersemester nach Kräften zu unterstützen, wenn ihr nicht dulden wollt, dass der Königsberger V. J. St. gerade jetzt, wo es ihm nach harten Kämpfen endlich gelungen ist, hier festen Fuss zu fassen, sodass, sein Ansehen in der Bürgerschaft ein geradezu glänzendes ist, kläglich zugrunde geht oder höchstens als Stammtisch sein Leben weiterfristet. Ihr kennt ja alle unser Vereinsleben hier, oft genug hat man im „Jüdischen Studenten" unser herrliches Kasino, als das Ideal einer V. J. St.-er Kneipe gerühmt. Was Euch vielleicht die

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