Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 5 (1908-1909)
- Issue
- Heft 2 (22.5.1908)
- Date
- 1908-05-22
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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41 Der Fecht- und Turn wart leitete die Fechtstunden. Geturnt konnte infolge Mangels einer Turnhalle nicht werden. Die wissenschaftliche Commission enfaltete wahrend des Semesters eine rege Tätigkeit. Sie hatte als Grundsatz aufgestellt, dass jedes Mitglied im Laufe des Semesters einen Vortrag halten soll. Dieses Ziel hat sie, soweit es möglich war, erreicht. Die Vortragenden behandelten meistens einen Heroen des Judentums, an dem sie dann seine Zeitepoche kurz charakterisierten. Von dem Behandeln nichtjüdischer Themata wurde Abstand genommen, da die wissenschaftliche Commission sehr richtig erkannte, dass vor allen Dingen die VereJnsmitgliedcr wenigstens einen jüdischen Vortrag halten müssten, weil sie dann zum Mindesten einen Stoff aus der jüdischen Geschichte beherrschten. Von grossen Vortragsabenden wurde auch Abstand genommen. Es wurden wahrend des Semesters folgende Vorträge gehalten: Rappaport über „Manasse bcn Israel", Dr. H.Loewe r „Die jüdischen Kolonien und meine Reise nach Palästina". J. Madius r. rM. H. Luzzatto\ Held . r> „Die judischen Aerzte im Mittelalter", Melchiker T, „Samuel Nagrila", Löwenberg n „Die Vertreibung der Juden aus Spanien", Karfunkel 75 „Die Familie Abarvatiel", Schlossberg n „Die Disputation von Tortosa"J Kam in skr r, „Salome* Gabirol", Goklberg . V „Chasdaj ibn Schaprut". Die Zahl der Vorträge und der Fleiss, mit dem die einigen Vortragenden bisher unbekannten Themata behandelt, wurden, legen einen sprechende-? Beweis von dem Interesse ab, das die Vereinsmitglieder der jüdischen Wissenschaft entgegenbringen. All diese Umstände können aber auch die wissenschartliche Commission ermuntern, auf dem einmal beschrittenen Wege fnrtzufahren. Ich verfehle nicht, gerade der -W. C. meinen Dank und Anerkennung auszusprechen. Was die Agitation^kommission anbetrifft, so suchte sie im Stillen fiir den Verein zu agitieren. Grössere Mittel zur Mehrung des Vereins wandte sie nicht'an. Wichtige VereinsbeSchlüsse. Von den Vereinsbeschlüssen seien erwähnt der Beschluss vom 21. Nov. 1)5, dahingehend, dass an SonnabenJen und jüdischen Feiertagen keine Sitzung abgehalten werden darf. Ferner wurde einem Antrag Folge gegeben, einen Fond von 50 Mk. durch freiwillige Beiträge zu sammeln.