Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1908-03-17 · Heft 12 (17.3.1908) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 12 (17.3.1908)
Date
1908-03-17
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537641-3537653--0849-3538929
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

324 Der jüdische Student. und weites Arbeitsfeld von unschätzbarem Wert geschaffen. Die Loge brachte es zu wege, dass sich eine Anzahl junger Kaufleute, meistens Lehrlinge, zu dem „Jüdischen Jugendbund" zusammentat, und überliess uns deren Erziehung in vollstem Umfange. Wir hoffen, hier ganz im Sinne unserer Tendenz wirken zu können. Unter der badischen Judenheit besteht seit geraumer Zeit wegen Einführung des neuen Gebetbuches eine gewisse Spannung. Es ist zur Bildung „liberaler" Vereine gekommen, deren Liberalismus meist nur in Indifferentismus oder Assimilation besteht und die sich im bewussten Gegensatz zu den Orthodoxen nnd Zionisten stellen. Offiziell nehmen wir zu dieser Frage keine Stellung, doch kennen sich einige Bbr. Bbr. den Arbeiten der zionistischen Ortsgruppe, auf deren Seite wir natürlich stehen, kaum entziehen. An dem Fackelzug für Herrn Geheimrat Prof. Wildersheim nahmen wir offiziell teil. Auf unsere Anfrage erhielten wir vom S. C. einen endgültigen abschlägigen Bescheid. Doch werden wir darauf bestehen, dass ein Bbr. nur auf unsere Waffen antritt. In den letzten Tagen trat die Ghibellinia im K. C. zu uns persönlich mit der Bitte heran, mit ihnen einen Waffenvertrag abzuschliessen. Ein a. o. B. C. äusserte sich dahin, dass dieser Vorschlag auch für uns von Vorteil sein könnte, und beauftragte 2 Bbr. Bbr., die Verhandlungen, die inzwischen abgeschlossen wurden, zu führen. Wir nahmen Herrn stud. med. Waas in Waffenschutz gegen den K. C. Die Mensur wurde vom E. G. genehmigt. Unsere Schlusskneipe nahm einen schönen Verlauf, die jüdischen Körperschaften waren, wie gewöhnlich, vertreten. Die Strassburger Bbr. Bbr. waren leider am Kommen verhindert. Der C. C. und die anderen mit einem Amte Betrauten erhielten glatte Decharge. — Wir nahmen eine neue Kassenordnung an, die von der Finanzkommission ausgearbeitet wurde. In die F. K. wurden gewählt: L. Sternberg, C. Kassirer, J. Zivi. Persönliches: A. H. Levy wurde zum kgl. preuss. Oberapotheker der Reserve befördert. A. H. Kassel bekam eine Tochter. J. A. Leo Landau erhielt eine Poena von 10 M., weil er unentschuldigt dem Schlusskonvent fernblieb. Den Fuxen Feigelson gaben wir als unbrauchbar ab. < Bloch und Rotschild bestanden die Fuchstnprüfung. Ueberwiesen wurden: jur. Pick nach Berlin, med. Ascher nach München, jur. M/Zadik erhielt Generaldispens nach Kiel. Um im kommenden Semester unsere Stellung den Ausschüssen gegenüber günstiger zu gestalten, planen wir mit der Jvria einen besonderen Ausschuss zu bilden. Da die Ghibellinia und Ivria mit der Keilarbeit tüchtig einsetzen werden, müssen auch wir gleich im Anfang des Sommersemesters energisch arbeiten. Auch hat die R. B. Bojaria, die einen Prozentsatz Juden aufnimmt, aufgemacht. Wir setzten da-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.