Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 11 (Februar 1908)
- Date
- 1908-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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298 Der jüdische Student. zeichneten! znm Zweck gemeinsamen Handelns in Verbindung zu treten. Die Tat gkeit der R.-A. wird voraussichtlich Anfang März beginnen. I. A. Joseph Loewy, cand. ing. Schlüterstrasse 68. Themen zur Bearbeitung Mir den „J. St." Auf Anfragen von verschiedenen Seiten hin und auch in der Ueberzeugung, dass viele Rdr. Bdr. gerne für unsere Zeitschrift schreiben würden und auch das Zeug dazu hätten, aber nicht recht wissen, was wir brauchen, stelle ich hier vorläufig ein paar Themen zusammen, deren Bearbeitung und Diskussion sehr erwünscht sein muss. 1. ) Sammlung historischer Berichte über ältere jüdische Studentenvereine im 19 s.*), evtl. nur über Ansätze zu solchen, überhaupt über Bewegungen in der iütiischen Studentenschaft, die uns im allgemeinen unbekannt sind (zu berücksichtigen ist vor allem die ältere jüdische Presse!). Im Zusammenhang hiermit vielleicht Daten 2. ) lieber Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft im 19. s. (v o r den achtziger Jahren). Einige Angaben hierzu finden sich z. B. im XI. Bande des (iraetz (über die Würzburger Studentenkrawalle). 3. ) Psychologische Charakteristik des jüdischen Primaners, Welchen Anschauungskreis muss der Durchschnittsabiturient in Deutschland (aus „freisinnigem*' Dause mit meist jüdisch indifferenter Tendenz) infolge der zwölf Jahre langen spezifisch deutschchristlichen Schulerziehung gewonnen haben, wie muss er von vornherein (soweit er nicht irgendwie jüdisch bccinflusst ist) unserm Gedanken gegenüberstehen? Eine sehr wichtige, keilpädagogische Präge! Den Einwand: „Das ist ganz individuell verschieden'1 weise ich entschieden zurück: es gibt ein Schema für die Psyche des deutsch-jüdischen Primaners nach dieser Seite hin, wo es sich ja nicht^um absolut persönliches Leben handelt! 4. ) Zur Frage unserer deutsch-politischen Betätigung*). Sollen wir an der deutschen Tagespolitik des Reiches, des Staates öffentlich teilnehmen? Verträgt sich eine solche Betätigung mit unserm nationaljüdischen Gedanken? Wie müsste unsere Stellung zu den politischen Parteien sein? Vgl. die Aufsätze von Hantke (VIII. 201) und Westheimer (XI, 298). bK. *> Anregung von Alfred Wolff-Halle.