Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 1 (April 1907)
- Date
- 1907-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Der jüdische Student. Die Beteiligung am Turnen Hess zu wünschen übrig. Der Fuchsenunterricht wurde regelmässig besucht. Am Anfang des Semesters erteilte ihn Bbr. Doernberg, in der zweiten Hälfte Bbr. Kauffmann. Im Verlaufe des Semesters bildete sich eine zionistische Ortsgruppe in Charlottenburg, an deren Gründung sich mehrere Bbr. Bbr. beteiligten. Gegen Ende des Semesters machte es sich bemerkbar, dass eine ungewöhnlich grosse Anzahl von Bundesbrüdern in bezw. vor dem Examen standen, auf deren Mitarbeit wir infolgedessen verzichten mussten. Das Vereinsleben wurde jedoch dadurch nicht beeinträchtigt. Wir hatten am Schluss dieses Semesters 17 Aktive, 11 ortsanwesende und 2 auswärtige Inaktive, 7 ortsanwesende und 6 auswärtige A. H. A. H. Von diesen 43 Mitgliedern des V. J. St. Charlottenburg sind 31 Reichsdeutsche und 12 Ausländer, 6 Österreicher, 3 Rumänen, 1 Russe, 1 Franzose, 1 Bulgare. Ausserdem haben wir unter der Charlottenburger Studentenschaft eine beträchtliche Zahl von Freunden, die auf dem Boden unserer Tendenz stehen und häufig bei uns verkehren. So sind die meisten Mitglieder des Rumänisch-Jüdischen Vereins, der an diesem Semester an unserer Hochschule gegründet wurde, uns befreundete Nationaljuden. Der Verein hat keine Tendenz und umfasst 21 Mitglieder. Die Freie Wissenschaftliche Vereinigung hat hier eine Kartellvereinigung aufgetan. Ausser von diesen beiden Vereinigungen werden unsere Jüdischen Commilitonen (ca. 250) uns noch weg zu keilen versucht von der Hasmonäa (4) dem K. C. (Hevellia) bestehend aus 3 Licaren — Inaktiven, 2 Spreven, 1 Spreven, — A. H. (kein selbständ. Vereinsleben), A. N. M. V. und Philia (zwei Assimilantenverbindungen) und der Wildenschaft. Den K. C ern stehen wir persöhnlich sehr nahe. Doch wir gehen mit grösseren Hoffnungen denn je ins nächste Semester. Wir erhoffen durch straffe, allerdings nicht überspannte Vereinsdisziplin, unter Heranziehung aller verfügbaren Kräfte zur Keil- und sonstigen Vereinsarbeit unsere Aktivenzahl zu vergrössern und ihr V. J. St.-ertum zu vertiefen. Unsere Arbeit wird uns durch ein neues Vereinskasino mit Lesezimmer erleichtert. Es umfasst 5 Häume und liegt inmitten des Studentenviertels Leibnizstr. 86. Für Spenden an Mobiliar, sonstigen Ausstattungsstücken und Bargeld sind wir stets dankbar. Wir hoffen, dass recht viele Berliner A. H. A. H. die Gelegenheit benutzen werden, um ihr unmotivirtes Fernbleiben von unserm Winterfest in angebrachter Weise zu sühnen. Persönliches. Nach Charlottenburg sind zu Beginn des Semesters überwiesen: Ehrlich, Kassierer und Preuss. In den B. C. wurden nach bestandener Burschenprüfung aufgenommen; Preuss und Juliusburger. In den A. C. wurden aufgenommen: ing. Abisch, arch. Julius Cohn, techn. Eidinger, ing. Markhoff, elektr. Habermann.