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Der jüdische Student · 1907-04-01 · Heft 1 (April 1907) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
4 (1907-1908)
Issue
Heft 1 (April 1907)
Date
1907-04-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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10 Der jüdische Student. Bei der grossen Anzahl von Füxen mit ganz verschiedener Vorbildung, die sich nur langsam aneinanderschlossen und von denen einzelne sich schwer an die Disziplin des Vereinslebens gewöhnten, war die innere Arbeit nicht ganz so erfolgreich wie seine äussere Tätigkeit. Dies zeigt auch der Ausfall der Burschenprüfungen, die uns das Problem einer Regelung des Fuxenunterrichtes nahelegten, dessen baldige Lösung der Schlusskonvent einer Kommission übertrug. Der Fuxenuntericht lag in den Händen von A. H. Schindler (Komment u. Tendenz) und Wermuth X X (Geschichte, jüd. Moderne). Ausserdem richtete A. H. Weiss in der zweiten Hälfte des Semesters einen Fuxen-Konvent ein, der gern besucht wurde und das Interesse der Füxe an jüdischen Dingen hob. Den Geschichtsunterricht gab Herr Dr. Obstler. Vorträge wurden allwöchentlich gehalten und zwar: 1. Bbr. Freund II: Agobard von Lyon, 2. Herr Dr. Obstler: Der Einfluss von Juden auf die moderne Philosophie, 3. Bbr. Wolff: Mendelssohn und der Berliner Salon, 4. Buttermilch: Ahasver, der ewige Jude, 5. Herr Dr. Obstler: Soziale Probleme in der Bibel, 6. Bbr. Rosenthal: Kriminalstatistik der Juden in Deutschland, 7. Herr Dr. de Haas: Jüdische Sozialethik, 8. Bbr. Wermuth II: Jüdische Frauengestalten im Drama, 9. Herr Rabbiner Dr. Bäck, Oppeln: Das Pharisäertum. Zu letzterem Vortrage hatten wir ein grösseres Auditorium geladen. Auch besuchten wir nach Möglichkeit die vom Verein Jüdischer Frauen veranstalteten Vorträge, die zum Teil von unseren AH AH gehalten wurden. Es sprachen: AH Dr. Steinitz über ,,Nietzesches Stellung zu den Juden" und AH Dr. Littmann über „Die Juden in der Musik". Von geselligen Veranstaltungen des Vereins sind zu erwähnen: die stark besuchte Antrittskneipe am 6. 11. 06, das glänzend verlaufene Winterfest am 12. 12. 06, das von über ^00 Freunden unseres Vereins besucht war, ein internes Picknick am 16. 2. 07, eine Kneipe mit Gästen nach dem Vortrage von Herrn Dr. Bäck am 20. 2. und unsere sehr schöne Schlusskneipe am 26. 2. Der Fechtbetrieb war wegen ungünstiger Lage der Kollegs ziemlich unregelmässig, weshalb beschlossen wurde, vom nächsten Semester ab offiziell Fechtboden zu belegen, jeden Aktiven, wenn es seine Körperkonstitution erlaubt, zum Fechtunterricht und für 4 Semester zur Teilnahme am Fechten zu verpflichten. Ferner wurde die Anlegung einer Personalchronik beschlossen und eine Kommission damit beauftragt, eine geeignete Wohnung zu suchen.

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