Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 4 (1907-1908)
- Issue
- Heft 1 (April 1907)
- Date
- 1907-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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4 Der jüdische Student. externe Zeitschrift war ein Luxus, den wir uns nicht leisten durften und tatsächlich nicht konnten. So fordere ich alle V. J. St.-er und K.V. K.V. zu eifriger Mitarbeit pünktlicher und sorgfältiger Berichterstattung auf und nicht zum wenigsten zu einer Dosis Optimismus, um das unausbleibliche Gestammel unseres neugeborenen Kindes zu überstehen. Wartet, es wird schon sprechen lernen. Doch Ihr müsst ein gütiger und freudiglehrender Vater sein. Schon zwei Kinder mussten wir zu Grabe tragen, unser drittes Kind muss leben und darf nicht eines frühen Todes sterben. Charlottenburg. April 1907. Stefan Doernberg Mitglied des Präsidiums. Bericht des Präsidiums. Nach Beschluss des letzten Kartelltages und Zustimmung der einzelnen Konvente übernahm das neue Präsidium die Leitung des Bundes. Dem Präsidium gehören ausser dem unterzeichneten Vorsitzenden, Dr. med. Erich Rosenkranz, an: Dr. med. Fritz Salinger, Dr. med. Isaak Zwirn, cand. techn. Stefan Doernberg, cand. iur. Erich Herzberg, cand. ehem. Fritz Koref, cand. iur. Siegfried Moses. Mit dem Vorsatze, zum Besten unserer Organisation und damit auch zum Besten der jüdischen Sache unsere Aufgabe zu erfüllen, hoffen wir, dass die Neuregelung der Leitung ein glücklicher Griff der Delegierten unserer Vereine gewesen ist. Aus kleinen Anfängen ist der B. J. C. zu einer mächtvollen Organisation geworden, die bereits die Möglichkeit und damit die Pflicht hat, ihren Programmpunkt „Rückwirkung auf weiteste jüdische Kreise" in die Tat umzusetzen, eine Rolle zu spielen in der Gegenwart und bei der Gestaltung der Zukunft des jüdischen Volkes. Das erreicht man nicht plötzlich, doch auch nicht, ohne dass man zielbewusst darauf hinarbeitet. Die Arbeit der einzelnen Bundescorporationen aber muss auch in dieser Hinsicht völlig gleichmässig und stetig sein. Die Institution des Präsidiums ermöglicht die Erfüllung beider Forderungen. Es kann einerseits Initiativen ergreifen und mit jüdischen Kreisen und Organisationen Fühlung nehmen; es kann aber auch solche Beziehungen aufrecht erhalten und langsam gestalten, dazu hilft ihm die Konstanz seiner Zusammensetzung oder wenigstens seiner Tradition, das begünstigt sein ständiger Sitz in Berlin, wohin die meisten jüdischen Organisationen ebenfalls zentralisiert sind. Anderseits kann das Präsidium wiederum wegen seiner Konstanz einen dauernden nivellierenden Einfluss auf die Vereine üben, die Einheitlichkeit ihres Auftretens nach aussen hin sichern.