Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1904) (Fortsetzung)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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a) Die Juden auf dem Lande (Ackerbau). Sie bilden 3,28 % der gesamten Landbevölkerung. 1890 besassen die jüdischen 10,66% der Gesamtbevölkerung Galiziens nur 4,51 % des Gesamtareals. Diese Zahl reduziert sich auf ein Minimum, wenn man nicht den Boden, sondern die Besitzer in Betracht zieht. Die 7575 000 ha des Gesamtareals gehören 1 811 787 Besitzern, dagegen die 350 000 ha jüdischen Grundbesitzes zerfallen in 650 landtäfliche Besitztümer; d. h. der Prozentsatz der Juden unter den galizischen Landeigentümern ist 0,033. Auf den Landbesitzer in Galizien kommen durchschnittlich 4,1 ha, auf den jüdischen Landbesitzer 538,4 ha. Jüdische Kleinbauern gibt es nur wenige. Sonst halten sich in den Landgemeinden nur noch jüdische Krämer auf. b) Die Juden in den Städten. 71 % aller galizischen Juden sind Stadtbewohner. 1. Handwerk: Sie sind in allen Handwerken vertreten. Genauere Zahlen fehlen. 2. Industrie: a) Talleswebereien, b) Zündholzverfertigung, c) Haarnetzindustrie (Frauen), d) die Brdwachsgruben in Boryslaw. 3. Handel: Im Handel ist bei weitem die Mehrheit der galizischen Juden beschäftigt, doch ist ihre Tätigkeit hier fast ganz unfruchtbar, da sie weder Kapital noch die Möglichkeit für massigen Kredit haben. Die Leihkassen der J. C. A. sind hier zwar zu loben, doch sind auch sie nicht im Stande, weitgreifenden Nutzen zu schaffen. 4. Die sog. freien Berufe: Die Juden sind hier hauptsächlich als Aerzte und Advokaten vertreten. B. Der Yernichtungskampf des christlichen Galizien gegen die Juden. 1. Die Beschränkungen der Landesregierung. a) Die Gesetze über die Sonntagsruhe, b) über den Hausierhandel, c) Das Raten-(Schanksteuer-)Gesetz, d) Die Entziehung der Propination. 2. Die Boykottierung durch den Bürgerstand, Der Asemitismus, alias Antisemitismus. Die Schaffung der nationalpolnischen Kolka rolnicze, d. s. Vereine, deren Zweck es ist, in den Städten und Dörfern Galiziens „christliche Kaufläden" (sklepiki chrzescianskie) zu eröffnen, durch die den jüdischen Kaufleuten die Kunden entrissen werden. Diese Kolka rolnicze werden auch vom Landesausschuss (d. h. also auch durch jüdische Steuergelder) unterstützt, besitzen die Konzession des Weinausschankes, gemessen billigen, sechs-