Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1904) (Fortsetzung)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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60sind sie ihrerseits gezwungen, sich an dem Bauer schadlos zu halten, und werden infolgedessen das Opfer der Bauernaufstände. Die Mongolen- und Kosakeneinfälle (1648 Ohmelnizki). 2. Die Emanzipationsepoche (bis 1848). 1772: Teilung Polens: Galizien und Ladomirien an Oesterreich. Tendenzen der österreichischen Regierung gegen die revolutionäre Schlachta, die sich in bevorzugender Unterstützung des Bürgers und Bauers kund tun. Dadurch und durch das während des 18. Jahrhunderts erfolgte Aufblühen der galizischen Städte, Entstehung und Kräftigung eines Bürger Standes. Die Juden werden allmählig überflüssig, ihre wirtschaftliche Lage verschlechtert sich immer mehr (eine Entwiclung, die noch heute fortdauert), obgleich ihre politische Lage sich mit der Regierung Josefs II. zu bessern beginnt. 1782: Das Toleranzedikt Josefs II. 1789: 7. Mai: Gleichstellung der galizischen Judenschaft an Rechten und Pflichten mit den übrigen Untertanen. Erhebliche Einschränkungen dieses Grundsatzes „wegen der besonderen Stellung der galizischen Juden zwischen dem Landmanne und dem Grundherrn". Josefs II. Bemühungen, die Juden Galiziens zum Ackerbau zu führen. Aufhebung des Verbotes der Erwerbung landtäflicher (d. h. im Landtag sitz- und stimmberechtigter) Güter. Befreiung der ackerbautreibenden Juden von einer grossen Anzahl von Steuern, und Erlaubnis für sie, sich überall anzusiedeln. Trotz alledem waren 1822 erst 836 Familien auf diese Weise angesiedelt. Seit 1830: Die nationalen Bestrebungen der Polen. 3. Die Assimilationsepoche. 1848—1851: Die österreichischen Verfassungskämpfe. 14. Aprü 1851: Schaffung des Reichsrates. Die vollständige Gleichberechtigung. Seit 1848: Der Nationalitätenkampf in Oesterreich. Die Stellung der galizischen Juden im politischen Parteienkampfe. Sie sind politisch unreif und doch infolge ihrer grossen Zahl verurteilt, politisch eine Rolle zu spielen. Sie leisten der Schlachta bei den Wahlen Handlangerdienste, wodurch sie sich den Hass der Bauern und Bergarbeiter zuziehen. Diese klägliche Rolle wird noch durch die Gemeindewirtschaft, welche vielfach dem Gemeindevorstand über die Mitglieder vollständige Macht zugesteht, bevorschubt. Die polnisch - nationale Assimilationswut der gebüdeten Juden Galiziens. Der jüdische Landtagsabgeordnete Dr. Byk. B. Die Gegenwart. 1. Das Land: 1425,7 Quadratmeilen gross. Eintönige Natur. Agrikulturland par excellence mit reichlicher Bewässerung. Ausfuhr von Hafer und Gerste. Ungleich verteilte Waldungen. Holzausfuhr. Vieh- und Pferdezucht. Salz, Petroleum, Spiritus^ Erdwachs, Steinkohlen.