Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1904) (Fortsetzung)
- Issue
- Heft 1 (April 1904)
- Date
- 1904-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Minsk 1× ep/1000754
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.—;-;-29 bewusstseins der Arbeiter beiträgt. Die Lokalorganisationen unterstehen einem selbstgewählten Zentral-Komitee, welches die Herausgabe der beiden wichtigsten Organe: der „Arbeiterstämme" und einer im Ausland gedruckten wissenschaftlichen Revue „Der jüdische Arbeiter" unternimmt. Wir finden in Belostock 24%, „ "Wilna 30%, „ Hornel 45%, „ Minsk 45% der Arbeiter im Bund organisiert. Von den Gerbern befinden sich 60%, von den Bürstenmachern 65% in den Organisationen des „Bundes". Welche Resultate die Streiks und Arbeitseinstellungen geliefert haben, gibt uns eine Statistik der Stadt Hornel von 1898—99. Es wurden Lohnerhöhungen erwirkt: bei den Schneidern 40%, „ „ Tischlern 50%, „ „ Schlossern 50%, „ „ Schustern 40% des ursprünglichen Lohnes. Eine Verkürzung der Arbeitszeit um 2—3 Stunden gilt als mittleres Resultat eines Streiks. Dass diese herrlichen Erfolge nicht ohne Anerkennung von seiten der Proletarier fremder Länder geblieben sind, bestätigt ein Ausspruch auf dem Arbeiterkongress zu London, der das jüdische Proletariat als die „Avantgarde der Arbeiterarmee Russlands" bezeichnet. Dass der jüdische Arbeiterbund auf seine Erfolge stolz sein kann, wird man um so eher begreifen, wenn man eine Ahnung hat von den Schwierigkeiten, unter denen er seine Geheimorganisation durchgeführt hat. Der Zarismus weiss, dass er im „Bund" den stärksten Gegner hat, der ihm bisher entgegengetreten ist. Was wunder, wenn alle Kräfte der Polizei und Gendarmerie aufgeboten werden, um diese Organisation lahmzulegen. Freilich, das jüdische Proletariat versäumt keine Gelegenheit, um gegen Regierung und Absolutismus energischen Protest zu erheben. Eine Schilderung mag das beleuchten: „Hier werden Bestattungen von dahingeschiedenen Kameraden zu politischen Demonstrationen gemacht, welche alle Einwohner der betreffenden Stadt über die neuen Erscheinungen in Erstaunen setzen. Dort werden die bestraften „Rädelsführer" von dichten Arbeitermassen mit revolutionärem Ruf und Sang begleitet. Da mengen sich bei den Rekrutenversendungen zwischen die militärischen Kommandorufe die von der plötzlich auftauchenden