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Central-Verein-Zeitung · 1925-07-31 · 31 (31.7.1925) · p. Seite 533

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
31 (31.7.1925)
Date
1925-07-31
Page
Seite 533 (sequence 17)
Language
German
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533 Ich habe Zeit. Von Erich Falk, Berlin. Wirklich: Berlin. Es scheint vielleicht paradox, wenn ein Berliner oeharptet, Zeit zu haben. Es ist aber wirklich Wahrheit: Ich bin in Berlin am Lauövogteiplatz geboren und darf mich als richtigen Berliner bezeichnen. Änd ich habe wirklich Zeit. Ich habe Zeit, in aller Ruhe mein umfangreiches Arbeitspensum;u erledigen. Ich habe Zeit, in aller Freundlichkeit anzuhören, was meine Frau mir zu erzählen hat. Ich habe Zeit, mit meinen Kindern zu spielen und mich dabei sehr wohl zu fühlen. Ich habe Zeit, mich für Sportarten zu interessieren und selbst, soweit es meinem Atter noch entspricht, gelegentlich etwas Sport und Körperübungen zu machen. Ich habe sogar Zeit, mich aus Blättern der verschiedensten Richtungen täglich über das zu informieren, was man an den Vorgängen der Welt interessant finden kann, und ich habe auch Zeit, hin und wieder gute Bücher zu lesen,Theater zubesuchen oder mitFreundengesellig zu plaudern. Kurz und gut: für all das, was vernünftigerweise dazu gehört, um mich neben derBerufsarbeit als denkenderMensch zu betätigen, habe ich Zeit. Ich bemerke ausdrücklich: ich brauche mir die Zeit nicht zu nehmen — ich habe sie ganz einfach. Das klingt unwahrscheinlich? Sie behaupten sogar, daß Sie das nicht glauben können? Sie dürfen mir ruhig glauben. Es ist so. Damit Sie Ihre Zweifel beiseilestellen können, will ich Ihnen verraten, weshalb es so ist. Erstens: Ruhiges Gemüt. Zweitens: Körperliche Elastizität. Die erste Voraussetzung sollte bei jedem gegeben sein, der eir gutes Gewissen besitzt, weil er als anständiger Mensch den Platz, aus welchen er gestellt ist, ausfüllt. Das Zweite, die körperliche Frische und Elastizität, ist eine ganz einfache Sache: ich trage Angulus-Sriefel. Das bedeutet, daß mir weder das Gehen von Berufs wegen noch das gelegentliche Stehen in überfüllten Magen der Hochbahn oder Straßenbahn körperliches Unbehagen verursacht. Im Gegenteil: in meinen Angulus-Stiefeln fühle ich mich vom frühen Morgen bis zum späten Abend durchaus wohl. Das Angulus-Behagen ist eine Tatsache. Wenn ich sehe und höre, daß in dem raschen Tempo des Berliner Lebens bei vielen anderen Menschen die ständige Parole heißt: „Ich habe keine Zeit", dann muß ich — nehmen Sie mir das bitte nicht übel — das als eine Dummheit bezeichnen. Gibt es etwas Dümmeres als dieses ewige „Keine-Zeitchaben*? Ich weiß bestimmt. Sie würden mir recht geben, wenn Sie — — die Zeit hätten, einmal drei Minuten lang über den in diesem kleinen Aufsatz liegenden Gedanken nachzudenken. MWMMW Scheckdrucker Quüfungsdrucker a^\Kk>!iNLy^ 20 Mehrzähler- Kellnerkassen luJliiffemtlprSItf Wehte Gkichwerliges zu glefchsn Preisen sieht ihnen gegenüber;' Anfragen erbittet KRUPP REGSSTRIER-KäSSEEJ CESELUCHäFT rjM. BEfjI£ J V/-& Einmal geprobt — immer gelobt! Wiesbadener Aurtropfen bester Magcnlrkör. 1 Neinhold Albrechts Boonebanrp magenstärkcnd und appetitanregend. 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