Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 4 (23.1.1925)
- Date
- 1925-01-23
- Page
- Seite 74 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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74 I il) imriy Am 1. Februar d. I. finden dis Wahlen zuin ersten BerHandstage des Preußischen Landesverbandes jüdischer EsmsLndM statt. * Der Landesverband hat die Aufgabe, die Gesamtheit der Wischen Gemeinden und somit alle Juden Preußens nach außen zu vertreten. Diese Vertretrnrg darf nur in den Händen eurer deutschgesinnten Mehrheit liegen! Durch dis Wahl einer zionistischen Mehrheit '(die Zionisten nennen sich im Wahlkampf „Jüdische > Volkspartei") würden sich die preußischen Juden der Allgemeinheit und der preußischen Regierung gegenüber zu einer fremdrassigen nationalen Minderheit stempeln. - Der Landesverband hat die Aufgabe, an der gesetzlichen Neuregelung der Rechksverhälknifse der jüdischen Gemeinden Mkzuwirken. Diese Mtwirkring n:uß im Sinne der Er- , Haltung unserer Gemeinden als Relrgionsgemsindm i geschehen. Eine zionistische Mehrheit würde unsere ' RÄigionsgemeinden in nationale Volksgem.einden . innwandeln. Der Landesverband hat die Aufgabe, durch Beratung der Gemeinden aus das religiöse Leben befruchtend zu wirken. Diese Einwirkung nniß in: Sinne der Toleranz für alle jüdischen Richtungen erfolgen. Es müssen deshalb in den Gemeinden Einrichtungen gefchasfen : werden, die auch der religiösen Sehnsucht unserer Zeit Befriedigung gewähren. Ems Mehrheit von Orthodoxen und Konservativen würde die religiösen Einrichtungen in Formen erstarren lassen, die dem Inneren moderner Menschen nichts sagen können u;id von manchem ihrer eigenen Verfechter selbst nicht brachtet werden. Der Landesverband hat die Aufgabe, dis religiös» Er- Ziehung der Jugend durch Anregungen kräftig zu fördern. Es muß dafür Sorge getragen werden, daJ diese Erziehung bei Kindern nichtorthodoxer Eltern im Geiste eines lebendigen, in der Form enkwickslungsfähigen Judentums erfolgt. Der Landesverband hat die Aufgabe, auf die gleich» berechtigte Heranziehung der Frauen auf allen Gebietes jüdischen Lebens Hinzs irken. Der Landesverband hat die Aufgabe, für die Erhaltung der Einheit unserer Gemeinden Sorge zu tragen. Das kann geschehen nur durch eine liberal Mehrheit, die in der Ausgestaltung des religiös«? Lebens allen religiösen BedÄrfnissen Rechnung tragt. Jede andere Mehrheit würde durch Nichb» erstillung der berechtigten Wünsche eines großes Teils unserer Glaubensgenossen den Frieden in den Gemeinden gefährden. Nur orthodoxe Kreise Haber? in den letzten Jahrzehnten durch Gründung von Sondergemeinden die Einheit unserer Gcmeinds gesprengt. Der Landesverband braucht eine Mehrheit, deren Judentum lebendige Religion ist, die deutscher Gesinnung ist, die unsere Gemeinden ats Relioions» gemeinden erhält, dis die Frauen gleichberechtigt zur Mitarbeit heranz'rchk, die die Voraussetzung dafür schafft, daß die jüdische Jugend mit dem Geiß jüdischer RMgiosilüt ersütti wird, die entschlossen ist. der Wissenschaft des Judentums diejenige Förderung zu gewähren, deren sie im Interesse des Judentums bedarf. Diejenige Mehrheit, die diese Voraussetzung«: erfüllt, ist eine religiöse Arbeit und' Abwehr aller zionisüsch-NÄÜvnaljüdischen Bestrebungen.'-