Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1851)
- Date
- 1851-04-25
- Page
- Seite 261-262 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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261 263 Masoretische Studien. vom Schicksal mit Sonnenschein gesegnet. Er selbst erzählte mir: „Sechsunddreißig Jahre saß ich in Berlin unbekannt und blos von Fremden ausgesucht. Ich hielt Vorlesungen über Nachmamdes Kommentar zur Genesis, in der ersten Zeit vor einem Auditorium welches zwei Zimmer kaum fassen konnten, zuletzt vor leeren Stühlen." — Nebenbei gesagt haben diese Vorlesungen, die er auch in Hamburg hielt, und wovon auch etwas gedruckt erschien, keinen großen Werth. Nachmanides war ein schulgelehrter, scharfsinniger Philosoph und Kabbalistvon beiden hatte W. nicht die geringste Kunde. — Sein erstes Auftreten gegen die Unwissenheit geschah in den bekannten 4 D^rDD, „ Sendschreiben an die Rabbiner." Mit bescheidener, sanfter ab§r dennoch kühner Sprache rvarf er diesen damals vom Volke vergötterten Priestern ihre Verketzerung aller Kenntnisse vor, die zur Veredlung, und Hcbüng des Geistes, auch für die Religion so unbedingt nothwendig seien. Er wies ihnen nach, wie auch die strenggläubigen Rabbiner früherer Jahrhunderte davon überzeugt gewesen seien, und daher die Wissenschaft dem Volke empfahlen, und selbst gepflegt hätten. Aber so klar auch W. seine Behauptungen aufgestellt, so wurden sie dennoch von den Rabbinm mit der nämlichen Wuth ausgenommen, wie einst Galliläi's Erklärung^ von der Bewegung der Erde, von den Pfaffen. Die Waffe gegen W. war schon geschliffen, der Bann gegen ihn schon in Arbeit, als sich glücklicherweise die italienischen Rabbinen, von einem bessern Geiste beseelt, W. beipflichrtten, was 20 — 30 Jahre später auch von den sämmtlichen Rabbinen geschehen. Ganz anders trat der weltweise und weltkluge Moses Mendelssohn auf. Auch er wußte daß die Vorsehung die Pferde nicht hinter den Wagen spannt, d. h. daß sie ihn, wie olle seines Gleichen, der Zeit vorausgeschickt, um Wahrheiten zu verkünden, die erst dem nächsten Geschlecht ganz zugänglich sein können. Er wollte sich also nicht in einen nutzlosen Kampf mit den Orthodoxen einlassen, verließ daher den hebräischen Boden und wandte sich dem deutschen zu, wirkte somit mittelbar auf seine Mitbrüder und verschaffte ihnen Anerkennung bei den Völkern, durch seine berühmten Schriften. Von seinem Phädon sagt die damalige Kritik, daß sie „an Klarheit und Eleganz des Styls Alles übertraf, was in Deutschland bisher gedruckt worden war.." Welches Lob für den Judenknaben aus Dessau, der sich durch sich selbst gebildet hatte! —- Sein Schreiben an Lavaler, das ihm von demselben abgedrungen worden war, ist eine Schuhschrift für das.Jndenthum. Ebenso sein Jerusalem, von dem Kant sagt, daß er darin „die Verkündigung einer großen, wenn auch langsam sortrückenden Reform " erblicke. Welche Reform der Königsberger Weise meint, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, denn die damaligen wahrhaften Reformer gingen ganz langsamen Schrittes, und desto schneller reiften ihre Früchte; die jetzigen überstürzenden und frechen Reformer arbeiten an ihrer eigenen Auflösung und werden nimmer Früchte sehen, Kant muß also noch auf eine dritte Hinweisen. In Jerusalem dringt M. auf Menschenrecht für sein Volk'bei seinen Unterdrückern, zeigt ihnen, daß sie trotz'ihres Vorsprungs in wissenschaftlicher Hinsicht, dennoch nicht zum Bewußtsein und zur Toleranz gelangt seien. (Fortsetzung folgt.) Masoretische Studien. Die BevSzählnug. Von beit Propheten und Hagiogr. geben wir hier nur jene Zählungen richtig, die in den Bibeln theilS gnr nicht, thcils fehlerhaft stehen. Es sind folgende: ,NVtvT D’EbtJ'l DM1 f)bü I D’Db DSD” ’plDD DTDD cwojn hn b->L" -\bo pp1) , pynt; i“b 'w'n jddt — .0" , .3 3 NO) CPJtPl O’jwn DTINDT pbtt , -Ml 'pM DDD .(jo ,3b) ib 'n picr dn -o paro;V'on 'i'n JDDT P'vm niND tsrbm ybt* , nwi’ iddi ’pJDQ dtdd ’i’jb iTJJH-idot , pam •> nVbra Vn jddi , dj/dini .(n, rn) opn b D’jtdet n'nNDi fpN , bpirr iddi 'pm didd vm , 3t£/N mse jd paro 5 /d'-/n jd’dt , v'wi — .(3 , 1”d) niEry intffJD crycyni dvindt um , dwdj b pr© dod — .I"ä Va JDDI , D'Wi ,nj>3“INT D'kvM niND 3/3 »1 pb , ll'D'D '->3^3 'PTDS DIDD N3V.3 NDxb wy byi , pari),.; dd'-h 'tet'n , jddt — .(n , td n".tt) rnnjb njT3-){<) niND JT^n , 'bum D2DD ’PJDS DOD .(d'» t"d) d’tjjt dn nn böttr dtd ,pam; i"> ppvn jddi «JDDI , nj/DDT D’tJ'tST ilN’D ,3DDN nboi ’pTDD DDD — .0" , n") nnDN jym , pam; ,npBfi D'uoni niND wber , b\n -iso-i 'pws dtdd .(3"’ , f) w.nn -jb« nod.t p-iN , pani 5 nd'm , jddt niND m , (ig'DMl) JOTJT 13D3 tplDD DDD. jiDiy ityND vpi , j'am 5 i"-in b"ib jddt , nuren D'liDivT — ,{f> , Ü N'Dw) D'J13 WnJN ’3 abjD jddt /ntcn^i D'D^-ee hjdc? , Doma b 'P1D2 dtdd — So '13 ntbttf , DDTDDl D'N'331 NmiK bl N’plDD DTDD ’3 , J’am 5 3'S 'JD JDDT , D’lBTl D’rNDT D’WJN .({1 1“ n'Di') TDDM nsy ima niNDa n tdn dd Vergleichen wir nun zum Schlüsse I) dic-iishec so schwierig geschienene Stelle im Midr. Ialkut tztz855 mit unser» Masorctcn, so sehen wir im Jaikut die VerSzahl der gcsammteu Schrift sich auf 23199 belaufen (also drei weniger als bei der Masorct), die Zahl der Prophctcu-Vcrsc aber ist cnich dort mit der Maseret ganz.übereinstimmend 9294. — Daraus folgt nun von 17'