Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1851)
- Date
- 1851-03-08
- Page
- Seite 159-160 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Ankündigungen 159 frühesten Jugend gab er sich seinen, verschiedenen Studien mit einem unermüdlichen Eifer hin und ergründete alle Gegenstände durch die gewissenhaftesten Untersuchungen, und in Betracht dessen beruft er sich auf das Ieugniß derer, die ihn kannten? Seine Aufmerksamkeit war vorzüglich auf die hebräische Sprache gerichtet, von der er, von seiner tiefen Kerintniß der arabischen Sprache Nutzen ziehend, die Regeln in ihrer Gesammtheit durch eine ausführliche Arbeit, wie noch Niemand vor ihm versucht hatte, bekannt machen wollte. Er wußte aber auch ein gewisses Ansehen als Arzt zu erhalten; er übte nicht blos praktisch dir Heilkunst aus, sondern er machte sich auch als medizinischer Schriftsteller bekannt und auf seine Autorität berufen sich Iba Beitar und andere arabische Aerzte. 0 Vielleicht: ist es erlaubt, aus den Worten Jbn Ab i Oseibi*a's „Er beschäftigte sich sorgfältig mit der logischen Wissenschaft^' zu schließen, daß Jbn G'anLch über diesen Gegenstand Schriften verfaßt habe. Was die Philosophie ausschließlich anlangt, wohlverstanden die des Aristoteles, in welcher die Juden jener Zeit vielleicht weiter waren, als die Araber Spaniens, so war sie dem Jbn G'anLch nicht fremd; aus Elisana in der Nähe von Kordova war, einerlei sei, und der über die Werke des Chajjüg' Beobachtungen schreiben konnte. — 5>) In Kap. 22 seiner Grammatik, wo er von der Einsaugung und Verähnlichung gewisser Buchstaben! (GNJTJN) spricht:, giebt er verschiedene Regeln, von denen eingesteht, daß sie nur muthmaßliche sind, wie z. B. die Verähnlichung des,!- in 2 bei (Spr. 6, 6) und -n-NemalL zu lesen ist. Wenn i<b eingestehe, sagt er, in dieser Beziehung noch Leinen Gewährsmann gefunden zu haben:, auf den ich mich stützen könnte, so ist es nicht daß ich die Nachforschungen vernachlässigt batte, denn du kennst meinen Eifer und meine Beharrlichkeit in den Nachforschungen seit den Tagen meiner Jugend? 6) Jbn Beitar in seinem Wörterbuche über die einfachen Heilmittel führt ihn beim Artikel an; s. die ar.Chrestomathie von deSacy IN. S.482 und die deutsche Uebcrsetzung Jbn Beitars von Hrri. S o n t h e i m e r l. S. 21. In einer anonymen Abhandlung über die einfachen Heilmittel (ar. HS. der Nat. Bibl. LF. v. 1034) ist der Name Jbn G'anLchs mehrere Male neben andern Gewährsmännern angeführt; ein Mal (fol. 23) bei Verhandlung über den Gebrauch der Brustbeere gegen den trockenen Husten, ist Ihn G'anLch allein angeführt, und derselbe Gegenstand wird von Ihn Beitar im Namen eines Ungenannten berichtet (st Sontheimec I. 220) unb ich glaube, daß dieser Schriftsteller einige Male Jbn G'anüch anführt, ohne ihn zu nennen , wie er cs auch bei andern Schriftstellern gethan, indem er blos sagt: „ein anderer sagtest; 6) pütobx njJMä 'D rpboy n^. Das was Jbn Abi- Oseibi'a von Jbn G'anäch sagt, ist nothwendig von einem arabischen Schriftsteller Spaniens entlehnt, wahrscheinlich von: S a i £ Jbn A ch m e d e l K u r thnb i, der oft von Jbn Abi- Oseiblla kn feinen Bemerkungen über die spanischen Aerzte angeführt wird. 8) Siehe: Notice sur R. Saadja, p. 13. Verlag von C. L. Fritzsche. aber weit entfernt sie anzubauen und deren Studium zu empfehlen, so führte er sie als gefährlich fürdie Religion vor, und als die zu keinem positiven Ergebniß führen kann. Wir führen über diesen Gegenstand eine merkwürdige Stelle seiner Grammatik (Kap. XXV) an; nachdem er von der Unterdrückung der Präposition sQ gesprochen und dazu die Stelle aus Kohelet (12, 12) yp pN mV) DnöD.rwj/. nnin angeführt, dessen Sinn nach ihm: „Hüte dich, daß du nicht viele Bücher machst ohne Ende in dem Sinne von . rWtfJJD nehmend ), fügt' er sodann wie folgt hinzu: ,,Der Weise verbietet uns nicht durch seinen Spruch die religiösen Wissenschaften, welche uns Gott näher bringen, oder die andern nützlichen Kenntnisse, die man in der That erreichen kann, vielfach anzubauen, sondern er verbietet uns mit Büchern uns zu befassen, welche nach Ansicht der damit sich Be- 'fassenden zur Erkenntnis; der Ursprünge und der ersten Elemente (aller Dinge) führe» und in welchen man über die Natur dev Schöpfung der oberen und der unteren Welt-verhandelt. Denn dies ist ein Ding, das man in Wirklichkeit nicht begreifen kann und in welchem man zum Ziele kommt und überdies verneint sie die Religion, zerstört den Glauben und ermüdet nutzlos und ohne einen Ersatz die Seele, wie er auch sagt ieo njrJT* nmn und ein langes Studium, das den Leib ermüdet. Dies ist's auch, worauf der Weise mit den Worten anspielt (Kap. 1, 8): (Fortsetzung folgt.) Ankündigungen. In meinem Verlage ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu erhalten: lLe©pold, Dr. E. F., Lexicon liebraicum et chaldaiciim in jibros Yeteris Testament! online etymologico compositum etusum scholarum. Altera editio stereotypa. 16. 1850. brosch. 20 Ngr. Leipzig, im Februar 1851. ÄÄÄ [34] Im Verlag von C. L. Fritzsche in Leipzig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Die Pesach - Hagada oder Erzählungen von Zsrael's Auszug aus Egypten. Zum Gebrauche der beiden erste« Abende -es Mazot - Festes. Won Neuem wörtlich aus dem hebräischen Originale verdeutscht. 8. bc. Preis -Ngr. Vierte Ausgabe. Wiederverkäufer, welche sich an die Verlagshandlung wenden, erhalten bei Abnahme von Partieen einen ansehnlichen Rabbat. Druck von I. H. Nagel.