Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1851)
- Date
- 1851-03-08
- Page
- Seite 155-156 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
- Rashi 1× ep/1002670
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155 156 Fortsetzung der Nachricht über Jbn Ganäch. Von,alten korrekten Lesarten, bewährt durch alte talmudische Meister spricht Maimü n i? Nächst den HS, aus der ersten Hälfte,des 7. Jahrh., welche MaimunlsiMeir Ha-Lewi u. anderer Gelehrten des 12. u. 13. Jahrh. Vorgelegen habenmochte, sind noch einige handschriftliche Fragmente zu erwähnen, die sich unter den hebräischen und rabbinischen Manuskripten der Gesellschaft für Geschichte und Alterthümer zu Odessa befinden. Nach dem ausführlichen Berichte des Beschreibers dieser Fragmente? ist der Schriftzug alt und eigentlich einer Handschrift in jener Sammlung ähnlich, die offenbar aus dem,Lahre 916 herschreibt. Die Lesarten, welche vielfach abweichen, stimmen mit denen, die Alfüsi, Maimüni, Ascher u. A. Vorgelegen, überein, die später verloren gegangen. Die Handschrift, aus welcher diese Fragmente sich als Reste erhalten, wurde ferner offenbar im Oriente geschrieben und hatte sich dort eine lange Zeit erhalten,, da die spateren Glossen, welche sich hier und da finden, mit rabbinisch-persischen oder tartarischen Buchstaben geschrieben sind. Die Ordnung einzelner Lehrsätze auf einander, die zuweilen stark von der unseren abweicht, Spuren des hohen Alters in den Varianten, in Setzung oder Weglassung mancher Eigennamen, der starke Gebrauch von Abbreviaturen, die bei uns nicht gang und gäbe sind, der Gebrauch von Gedenkzeichen (Simanin), die bei uns sich nicht mehr erhalten, die Verschiedenheit bei den kleinen apokryphischen Traktaten sz. B. Semachot) in Anordnung der Lehrsätze und im der Form des Ausdruckes, wie überhaupt Schriftzug und Aussehen weisen diesen Fragmenten eine Zeit an, die kaum später als das 10. Jahrhundert , vielleicht um ca. 900 sein kann. * In'der fürstlichen Bibliothek zu Florenz giebt es, wie schon Asuläi berichtet ' einige tatmudische Traktate handschriftlich, worunter ein Traktat Ketubot auf Pergament, geschrieben im Jahre. 1177, der sich durch sehr gute Lesarten auszeichnen soll. Von einer vollständigen ausgezeichneten Handschrift des ganzen babylonischen Talmuds, die noch sehr viel zur Berichtigung des gangbaren'Textes geeignet ist, wird uns von Natanel Weil, Nabb. in Karlsruhe, im Jahve 1755 6 7 * 9 10 11 und von Asulai" berichtet. Letzterer erzählt uns, daß er in in Pfersee (bei Augsburg) den ganzen Talmud in einer Pergament-Handschrift in Folio gesehen, die ohngcfähr den Umfang des dritten Theiles von Mischna-Tora Maimuni's mit. dem Kommentare Kesef.Mischna nach der Venezianer Ausgabe hatte. Die Schrift war alt und ganz ungewöhnlich und in einem Codex war der ganze Talmud. Diese Lalmud- 6) Maimüni in Sefcr Ha-Mizwot, Negat. 199. Wörtlich heißt es: iiobfin ypr bv i*opjtjr mp'non niNnoi — 7) Pinn er, Prospekts der der Odessaer Gesellschaft für Geschichte und Alterthümer gehörenden ältesten hebr. und rabb. Manuskripte re. (Odessa, 1815, 4) S. 53—63. — *) Die Odessaer Fragmente sind aus Taanit, Baba Mezia, Semachot. . 9) Schcm 11. 1. c. §. 1. : 10) in dessen: Korban Natanel (Karlsrutz, 1755, f.). 11) Schem IX. 1 c. Handschrift wurde angesertigt zu Paris im Jahre 1343 für einen Nachkommen des Simso n (Len Abraham b. Simson b. Josef) aus Sens.* Da Umstände Asulai verhinderten, sich in Pfersee länger aufzuhalten, so hatte er, nach eigenem Berichte, keine Vergleichung der Handschrift mit unserem gedruckten Texte vornehmen können und bloß den Anfang zu Harajot, welchen'Traktat er kommentiren wollte, hat er verglichen und in seinem Werke Scharr Josef auch angemerkt. Auch der berühmte Rabbine Nätanel Weil ( 1750), Melcher 1745 zuin Rabbiner des ganzen Schwarzwaldkreises berufen wurdet hatte diese Handschrift gesehen und daraus Varianten mitgetheilt.3 Aber neben den Handschriften aus den Jahren 640, 900, 1177 und 1343 giebt es noch eine große Anzahl talmudische Handschriften, die zwar alt und wichtig, aber deren Zeit nicht angegeben werden kann. So z. B. sah der Bibliograph Asulai Ln Egypten den Traktat Berachot und die ganze Ordnung Mo'ed in einer alten Pergament-Handschrift, wo er in Berachot, Sukka, (Zhagiga treffliche Lesarten gefunden, wodurch manche Fragen der Glossatoren und anderer Kommentatoren erledigt werdend . .v . Nachricht über Abusi-Walid Mcrwckn Jbn G'anstch und über einige h ebr äi sche gmmm n i t sche Schriftsteller des zehnten und elften Jahrhunderts. Nebst der Einleitung des Kitckb el-Luma von Jbn G'auäch, arabisch re. von S. Munk. Ans dem Französischen in dem Journal Asialique (Juli 1850) in's Deutsche übersetzt von Jul. Fürst. / (Fortsetzung/) I b n Cftanckch hat, wie wir aus seinen Schriften sehen, die umfänglichsten Studien nicht nur in der hebräischen Sprache, in der heiligen Schrift und im Talmud gemacht, sondern auch *) gestorben vor 1235 in Akko m Palästina. Bekannt sind seine Tosafoc unter dem Namen Sens Tosefot (Y^u; msDin) 1) Asulai's Scha°av Josef (über Tr. Horajot) ist erschienen: Livorno, 1766, s. Diese HS. ist cirirt u. d. N. f]bp bw vNiai. ^— 2) Er stammte von Jak. Weil in Nürnberg, .Sein Großvater wurde aus Stühlingen, einer an/der Donau und dem Schwarzwalde zwischen dem Breisgau und Nollenburg in Dorderösterreich gelegenen Landgrafschaft, vertrieben. Nat. Wei l würde 1745 aus Prag geholt und er wohnte als R. des Schwarzwaldkreises in Mähringen. Später wurde er in Baden-Durlach ausgenommen. 3) Korban Natanel (Karlsr., 1755, f.) am Schluffe. Er hat auch in Pfersee eine alte HS. des Pentateuch gefunden, aus welcher er auch eine Variante mittheilt. Aus einer der mitgetheilten Varianten sieht man, daß Raschi's Handschrift dieser ähnlich gewesen sein muß. 4) Schcm 1!. 1. e.