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Der Orient · 1849-08-04 · 31 (4.8.1849) · p. Spalte 481-482

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
31 (4.8.1849)
Date
1849-08-04
Page
Spalte 481-482 (sequence 1)
Language
German
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Meratnrblatt des Orients. Berichte, Studie» und Kritiken für jüdische Geschichte «nd Literatur. M 31. Leipzig, den 4. August 1849. An h a lt. Studien. Denkmal, einem wackern und gediegenen Schulmanne gewidmet von Dr. G. Salomon in Hamburg. Maimon Frankel. — Die Schatze der hebräischen Literatur in London. Von L. Dukes. — Die Komposition der Pirke Abot von Ad. Iellrnek. — Replck von M. B. Friede ntha l. — Neuhebräische Epigramme von Markus Boß. — Ankündigungen. Denkmal, einem wackcrn und gediegenen Schulmanne gewidmet von G Salomon. * □"P np'in m?o 4 niD-^N mri: *p“n Maimon Frankel wurde am 23. Mai 1788 in Schwerfens, im Herzogthum Posen, geboren. Da das Licht der Wissenschaft, das von Moses Mendelssohn arisging, bereits auch in die jüdischen Gemeinden Polens eingedrungen war, so wurde der Knabe und Jüngling Frankel nicht blos zum Studium der Bibel und des Talmuds angehalten, sondern auch in den üblichen Schulkenntnissen, und zwar auf einer christlichen Lehranstalt, sorgfältig unterrichtet, wo er ganz besondere Neigung zur Naturkunde und Arithmetik, Gegenstände, worin er später am liebsten Unterricht ertheilte, an den Lag legte. Das Hauptstudium blieb indeß das Lalmudisch-rabbinische, m dem sogenannten „Studium-Haus" — 'i'ti'nz- — zu Gnesen, unweit Posen, so wie die Beschäftigung mit den heiligen Schriften des alten Testaments, besonders mit den Propheten. Der kundige Leser weiß es, daß weder die frühern jüd. Lehrer, noch die frühern jüd. Schulen auf das Erlernender hebr. Sprache nach Regeln großen Werth gelegt; man lernte das Hebräische wie das Rabbinische, ex usu; ja die hyperorthodoxen Rabbinen hielten es sogar für sündlich, die hebr. Sprache — grammatisch zu erlernen; und nach ihrer Denkungsart war dies auch ganz konsequent; denn selbst nur bei einiger Vertrautheit mit der Grammatik löst sich *) Durch Umstände verspätet. gar viel von der talmudisch-rabbinischen Hermeneutik in Nichts auf, imd ihre Auslegungen, aus welchen die lästige Anhäufung von Ceremonialgesetzen — nichts als Ableitungen aus dem biblischen Texte — hervorgehet, verlieren einer sprachlichen Kritik zufolge allen Werth, weil dem Sprachkundigen die Grundlosigkeit jener Ableitungen in die Augen springen mußte.* Indeß der Lehrer unseres Frankel war eine glückliche Ausnahme; er gestattete seinen Schülern, die hebr. Sprache aus der berühmten Grammatik von -Elias Levita, zu erlernen und hatte sogar nichts dagegen, wenn sich dieselben mit mehcern in hebräischer Sprache verfaßten philosophischen Schriften, wie z. B. mit dem nJTD von Jedaja Penini, in muffigen Stunden zu beschäftigen suchten, von welcher Erlaubniß Frankel einen sehr guten Gebrauch gemacht. „Lehrend lernt man". Das war bei den jüdischen Studenten jener Zeit zum Grundsatz geworden. Freilich ein Grundsatz, den die Noth, die Armuth hervorgerufen. Auch Frankel bemühete sich in seinem 17. Jahre um eine Lehrerstelle in einem Privathause zu Halberstadt, die ein dortiger jüdischer Gelehrter ihm verschaffte. Doch F. sah bald genug ein, daß der Lehrer selbst des Unterrichtes noch bedürftig sei, und daß ihm sogar die Elementarkenntnisse in fast allen Schniwiffenschafren abgehen. Da ließ die Vorsehung ihn einen Freund finden, der sich in derselben Lage befand. Auch er war Jugendlehrec; auch er fühlte, wie viel ihm noch fehle, um diesem Ehrennamen zu entsprechen. Jetzt vereinigten sich die beiden wiß- und lernbegierigen Jünglinge, ') Daher unser A. Wolfsohn einem berühmten Rabbiner die Worte in den Mund gelegt (in irgend einem Theil des Sammlers): Welcher ist kein pnpl und welcher pnpi bj>2 ist kein — yvnl D. V. 31

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