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Der Orient · 1848-09-16 · Heft 38 (16.9.1848) · p. Seite 304

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 38 (16.9.1848)
Date
1848-09-16
Page
Seite 304 (sequence 15)
Language
German
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304 fortzusetzen gedenkt, so mögen die.einzelnen Gemeinden ihm durch Angabe nöthiger statistischer- Daten, über die Zahl, Eigenschaft, Beschäftigung ihrerisraelitischen Einwohner, deren Matrikel-Verhältnisse, Zahl der'israelitischen Soldaten, Nationalgarden, Freiwilligen, der Institute, der Studirenden, der Schuljugend, der Verbrecher und Sträflinge und deren Verha'ltniß zu den übrigen Konfessionen rc. an Hä'yden gehen, um - zum Wohle der Gemeinden etwas Kompletes liefern zu können. Führt derselbe Beschwerde über so viele Gemeinden, die jene ihnen zugefchicktcn Exemplare, des Naptnrs noch bis heute nicht berichtiget. < ^Fortsetzung folgt). Brody, im Sptbr. Die Mildthätigkeit und der Humane Sinn der hiesigen^ Inden zeichnet sich besonders Lei der Cholera ans. Sehr namhafte Summen wurden für die Einrichtung von Krankenhäusern gezeichnet und für je zwanzig Häuser ist ein Krankenhaus Errichtet, worin zehn kräftige Männer wachen, im Falle die Erkrankten der Hilfe nöthig haben sollten. Polen und Rußland. Petersburg, im Aug. Ein Ukas vom 1. dieses Monats verordnet zum z w e i t e n Male, daß hier eine Rabbiner-Kommission bestehen solle. Schon durch die Bemühungen L i ti e n t h a t § kan: vor einigen Jahren eine solche Rabbiner-Kommission, angeblich ans den Wahlen der Gemeinden hervorgegangen und aus vier Mitgliedern -und einem Präsidenten .bestehend, zu Stande und wie' verfehlt der Zweck dieser Kommission war, ist allgemein bekannt. Der wiederaufgenommene Plan ist um nichts. besser als der frühere. Es heißt, die Gemeinden, deren es in Rußland über 2,000 giebt, sollen 5. Personen wählen , von welchen einer Präsident der Kommission sein soll, diese Rabbiner-Kommission soll ihren Sitz in Petersburg haben und alljährlich auf zwei Monate zusammentreten. Ihre Thätigkeit soll darin bestehen, daß sie der höchsten Behörde in Bezug auf jüdische Angelegenheiten beistehe , namentlich durch Abgabe, von Gutachten in religiösen Fragen. Aber wir müssen es offen gestehen, daß dieser Ukas in solcher Fassung nicht nur ganz unsinnig ist., sondern sogar im höchsten Grade dumm, da weder die Regierung noch die Juden dabei etwas erreichen. Schon die Mitgliederzahl der Kommission für mehr als 2000 Gemeinden ist eine Lächerlichkeit und man darf es dreist behaupten, Laß unsere zwei Tausend Gemeinden wohl 200 Deputirte für eine solche Kommission wählen könnten, worunter sich vielleicht eine. Majorität von Männern des Vertrauens Verlag von C. L. Fritzsche. Herausstellen würde, gegenwärtig aber nicht im" Stande ist, 5 Personen des Vertrauens zu wählen. Dann ist der Sitz in Petersburg / wo i\c Kommission alle Spur der Selbstständigkeit verlieren muß, gewiß ein. Fehlgriff, ferner -das Zusammentreten ans zwei Monate und endlich die'Begrenzug ihrer Thätigkeit. Ohnemich ans eine Kritik dieses Ukases, der ohnedies zu den nicht ausznsührenden zu gehöret! scheint, einzulassen, glaube ich/ insoweit ich die hiesigen Zustände kenne, daß nur eine permanente Synode von wenigstens 50 Mitgliedern die über Schulen, Lehrer- und Rabbinerseminarien wie auch über Kultusanordnungen zu wachen hat, vielleicht etwas helfen kann. Perfonalchronik und Miseellen. Modena, Aug. An dem Tage, an welchem die Oesterreicher hier einzogen, kam zugleich eine Schaar Bauern aus der Umgegend, um besonders die Juden zu plündern. Militär und Nationalgarde haben die Rotte auseinander getrieben. Müssen denn die Juden überall die Sündenböcke der Geschichte sein? Wien. Hier kann man kaum etwas Hebräisches mehr drucken -lassen, da d'er Satz sehr theuer ist. * » Frankfurt a. M. Unsere Gemeinde geht, durch die neuesten Reformbestrebungen, einer großen Krisis entgegen; das -Band wird immer lockerer, und die fremdartigen Elemente werden sich scheiden. ... Pesth. Ein gewaltiges Schisma bedroht die hiesige Gemeinde durch den Reformverein. Die Orthodoxie ist einerseits schroff, die Reformwurh andererseits zügellos. * * Berlin. Dri Stern ist Präsident des konstitutionellen Vereins. Mehre der besten Volksredner-sind Juden (Ottensosser, Löwinsohn u. s. w.). Paris. Cremieux war in dem Ausschüsse zur Entwerfung einer Verfassung für die franz. Republik. Leipzig. In wachsen beruft man sich noch auf ein 'Gesetz von 1746 in Betreff der Juden, bei den Messen nämlich» Druck von I. H. Nagel.

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