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Der Orient · 1847-11-12 · 46 (12.11.1847) · p. Spalte 723-724

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
46 (12.11.1847)
Date
1847-11-12
Page
Spalte 723-724 (sequence 2)
Language
German
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723 Studien, ©efdjtd^te bev jüb. Stterafut* in ^abtjtonien^ 724 sich':befaßt, „und wer Holz spaltet, der wärmt sich daran", tf. l). wer sich mit deniTalmud abgwbt"^.'"'Indem/die Gemara, d. h. die diskussive Erforschung der Mischna, ganz siin innerstes Element war, und man die'Ueberzeugung hatte, daß, er den traditionalen Lehren unter allen am ehesten auf den Grund kam, entschied, man in der juridischen Decision, mit Ausnahme von se ch s F ä l l e n, stets nach ihm 59 8,; und zwar nicht blos seinem älteren Genossen Abbaji gegenüber, sondern sogar gegen Nach man5?)n, Rabba b. S!^a cl^mani 600 u. A., da er der Meister des Talmuds sMare dc-Talmuda, Mare de-Gemara) war und auch so geheißenG0J:. Wie Abbaji, und noch mit größerem Rechte, verglich er sich bei'heiterer Stimmung mit Ben -A sa'i auf den freien Plätzen Tabarijja's, welcher der Scharfsinnigste feiner Zeit war 002;et forderte seine Zuhörer zu Fragen auf, die er dialektisch und scharfsinnig zw lösen sich anschickte 003,. und m diesem Bewußtsein und in dieser dialektischen Thä'tigkeit versöhnte er Widersprüche, die zwischen Mschna und berühmten Lehrern sich zeigten und that sich auf diese eonciliatorische Thä'tigkeit etwas zu gutGo^. Das scharfsinnige Entwickeln und Aufsuchen der sich widersprechenden Mjschna's, gleichsam um die gesuchten Widersprüche mit noch größerem Scharfsinne zu lösen, versäumten seine Zuhörer nur ungern, und wenn es geschah, so wurde es sehr bedauert60 > „Wenn mein Rechtsentscheid (Piska de-Dina) vor euch kommt, sagte er zu den zwei besten Schülern, und ihr, einen Eimvand (Pircha) dagegen findet, so vernichtet'ihn nicht früher bis ihr zu mir kommt; habe ich einen Grund für meine Entscheidung, so werde ich ihn euch sagen, wo nicht, so nehme ich sie zurück; geschieht dies aber nach meinem Tode, so sollt ihr ihn weder vernichten noch etwas daraus Lernen, denn wenn ich dagewesen, so würde ich vielleicht den Grund gesagt haben"G^'. Fand, Raba eine Ausgleichung unmöglich, wo,sich die Mschna widersprach, so verwarf er die Mischna als eine unkorrekte lieber ganz^^ und rief den Schülern zu, dem Verstände zu folgen^, und er schcuete keinen Spott, um irrationale Entscheide seiner Schüler zu tadelnGoa. 597) ib. ib. — 598) Kidd. 52 a; Baba Kamma 73 u; Baba Mezsa 22 b; Sanhedrin 27 a; vgl. oben?tnm. 567. '599) Seder Ha-Dorot 145ab. — 600) ib. ib. — 601) Nisslm zu Ehullin e. 67 wo die Decision dem Raba zugesprochen wird, selbst wo ein Amora praktisch dagegen'gehandelt; RGA. Rosch Josef (v. Jos« Eskopia) ff. 1. — 602) 'Erubin 29 a. — 603) ib. Raschi. — 604) Baba Mezsa 62 d; Baba Kamma 111b, f. Tos. daselbst. — 605) Sebachim 2b. — 606) Baba Batra 130b. — 607) Gitliii 73 s Los. (unWTOl NTO K’n)..— 608) ib. ib. n“DD TO ^>'T. — 609) ib. ib. Er nannte bei einer solchen Gelegenheit Papa und Hüna b. Iosua ’pNp. Sn diesem Sinne der klaren Durchsprechung einer Sache, gab er auch Regeln und Vorschriften, die sich darauf beziehen. „Wenn du einen Schüler siehst, dem das Lernen, wegen der Unfreundlichkeit seines Lehrers, hart wie Eisen wird, so ermuntere ihn, des Lehrers Wohlwollen wieder zu gewinnen",ao. „Zwei Gelehrte, welche in einer Stadt wohnen, und sich untereinander in der Halacha unterhalten, diese werden durch Gottes Zorn ereifert"«". Jedoch trotz dieser scholastischen Richtung verschmähele es Raba, halachische Luftschlösser zu bauen und über unpraktische nur bei einem Bestände des jüdischen Staats anwendbare Halacha's (Hilchata le-Meschicha) zu entscheiden, wie er auch sonst das diskussive Studium derselben an sich für verdienstlich hieit612. Er schämte sich ferner nicht, wo er überzeugt wurde, durch seinen Amora bekannt zu machen, daß seine frühere Ansicht aus einemJrrthume entsprungen indem die Wahrheitsliebe Alles überwog. — Reben den H awaj0 t oder scharfsinnigen und spitzfindigen Disputationen, deren Ausbildner und Vollender er war, zog Raba auch alles in das Bereich seiner Studien, was Verständniß und Aufhellung bewirken konnte 61V Wie in die Liesen der Halacha's ebenso versenkte er sich in das Studium der geheimsinnigen jüdischen Weisheit, deren Angelpunkte damals die Theosophie und Kosmogonie war« Einst wollte er in einem Vortrage (Pirka) Betrachtungen über das Letrogramm und seine Mysterien vortragen, da ermahnte ihn ein Greis, daß diese Lehre geheim sein müsse und nicht für den öffentlichen Vortrag passet Wie Oschaja und Chanina vor ihm, wie sein Genosse Sera, beschäftigte er sich gleichfalls mit dem Buche I ezir a 0,6, und haben wir feine Gewähr, daß es unser Sefer Iezira war, so sehen wir doch aus dem Zusammenhänge, daß es zu Ma^aße Bereschit gehört. Und warum sollte er nicht diesen Zweig der jüdischen Weisheit gelernt haben, da er doch nicht einmal verschmähet, aus dem Traumbuche des jüdischen Traumdeuters Bar-Hadja zu lernen und daraus einen Satz zu accepriren?'''^ So wenig wie das SeferIezira'und die Theosophie ebensowenig vergaß er der Halacha wegen die von der Halacha so, fern lie- 610) Tcr'anit 8 a» — 611) ib« ib. 612) Sebachim 45 a. — 613) Baba Batra 127 a; Nidda 68 a« Dieses geschah in der Regel, wo er sich von einer andern richtigern Tradition überzeugte. — 614) Die Sage erzählt von ihm, daß er die Weisheit Hüna's und den Reichthum Chasda's gehabt (Moed Katan 28 a); manche Lehrer nannten ihn aus hoher Achtung „Mose", wie Raschi meint, weil er ein Mose seiner Zeit war (Sabbat 101 b). — 615) Pesachim 50a; Kidduschm 71a. Das Wort utyb Ex. 3, 15, welches dort beim4 Gottesnamen steht, wurde zur Einschärfung der Verheimlichung (öbjpb') angewendet«.— 616) Sanhedrin 65 b. — 617) Berachot 56a. Dieser Satz oder vielmehr diese Regel war non tn pir niDi^nrj bi.

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