Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 2 (8.1.1847)
- Date
- 1847-01-08
- Page
- Spalte 17-18 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ftUmtmhlM des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte mü> Literatur. M 2 Lcipzig, den 8. Januar 184V. In halt. Studien. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst. Viertes Kapitel. — Kritiken. Kurze Anzeigen. Pinner über'die Odessaer Handsckriften. Angez. von S. Deutsch iu Wien. (Schluß.) -> Der Kommentar des Moses Kimchi zu den Prooerbien. Mitgetheitt vonL. Dukes in Paris. — Von der Darstellung der Messr'asidee. Von Dr. Rothschild. (Forts.) — Ankündigungen. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst. (Fortsetzung.) Viertes Kapitel. 1. Nach dieser Skizzirung der dritten Abtheilung der ersten Periode in der jüdisch-babylonischen geistigen Thätigkeit, die von 32 v. Chr. mit Hillel beginnt und sich 188 n. Chr. abschließt, wird uns die zweite, die eigentlich sogenannte talmudische Periode, die mit Rab 188 n. Chr. beginnt und mit R. Abina 498 n. Chr. sich abschließt, verständlich werden, da in dieser Zeit erst das eigentliche Leben der babylonischen Hochschulen seine Blüthe erreicht, und überhaupt nach jener Zeit das Traditionsstudium nie wieder sich selbstständig entwickelte. Im Jahre 188 n. Chr. kam 71) mab aus Palästina nach Neharde'a, brachte das zweite Gesetz, die Mschna Jehutza Ha-Nasi's mit, und Legte so den Grundstein zum Aufbau des babylonischen Talmuds. Er traf dort Nab Sch ela als 71) Bei Scherira, in der einzigen sichern Quelle, (S34) heißt es: Und bei Lebzeiten Rabbis im Jahre pi ^pwn, d. h. 530 der sel. Aere, kam Nab nach Babylonien; da aber Rabbi schon 503 gestorben war, so ist es offenbar, daß bas Lameb in der Zahl von dem folgenden Worte dazugekommen, indem Rabbi 500 d. s. Aere d. h. 188 n. Chr. angekommen. Auch Rabbenu Nissim in seinem Mafteach ha-Talmud (den Hr. Dr. Goldenthal in einer wissenschaftlichen Bearbeitung herausgeben will) sagt ausdrücklich, daß Rab 500 d. st Ae. d. h. 188 n. Chr. nach Babel gekommen. Schulhaupt (Rektor) oder Resch Sidra7^) an, und da dieser gerade keinen Amora oder Meturgeman hatte, wie gewöhnlich die Schulhäupter bei ihren Vorträgen zu haben pflegten, so wurde er sofort mit diesem Amte beehrt. In diesem Amte blieb er nur so lange als das Schulhaupt zu Neharde'a lebte, obgleich der Greis ihn gern das Rektorat überlassen wollte.7') Als endlich im Jahre 2(9 n. Ehr. R. Schela starb74) und Rab über seinen Freund Samuel, der einige Jahre vorher nach Neharde'a gekommen war, keine Stellung haben wollte, da wanderte Rab nach Sora aus, wo er, eine Hochschule gründend, an derselben Rektor wurde. 2. In doppelter Beziehung begann mit Rab, 7S) der eigentlich Abba Areka (aus Areka) hieß, 76) eine neue Epoche der jüdischen Studien in Babylonien; Einmal in 72) Scherira l. c. Resch Sidra war in Babylonien damals verkäme für'das Haupt sämmtlicher Lehrer (Rabbanin) und ist mit dem spätern Namey der Häupter der Hochschulen (Resch Metibta, Rosch Ieschiba) identisch. Resch Sidra wird genannt N. Sch ela, dann Nab. Chullin, 157d — 73) Soma 20.b. — 74) Seder ha - Dorot 6«5 3. Es heißt dort: Rab war 24 Jahre Rektor in Sora. (219—243 n. Chr.) 75) Rab war ein bloßer Titel, und war dasselbe in Babylonien, war Rabbi in Palästina. Vergl. Raschbam zu Baba-Batra 52 a, Pesachim 119 b. — 76) Areka, der Zunamen Abba's, hat die spätere Sage durch „lnng" erläutert (Raschi zu Chullin 137 b; Nid. c. 2.), aber wie alle dergleichen Erläuterungen der Zunamen, ist auch diese nur eine Fabel. Er war ans Areka, einer Stadt auf der Grenze zwischen Susiana und Babylonien am Tigris, dsren Ptolomäus (VL 3) und Ammian Marcellus (23, 6) gedenken. Freilich hatte regelrecht Arekai der Zunamen heißen mäßen, aber die Endung ai wurde damals in Zunamen häufig in a atzgeschwächt, wie ich LB. d. Or. 1845 bemerkt. 2