Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1846)
- Date
- 1846-01-29
- Page
- Seite 36 (sequence 15)
- Language
- German
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- Lübeck 1× ep/1048008
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36 die zahlreichen Uebertvtttezum Ehristenthmn, die Häufigkeit gemischter Ehen, deren Sprößlinge sämmtlich dem Christenthume anheimfallen, die Zunahme der Auswanderungslust unter der jüngeren Generation und die veringerte Einwanderung nach Dänemark angegeben. — Die Novelle: Ln Jode (jöde) (Ein Jude) von Adolph Meyer, oder wie man meint, von Cand. G o l d sch m i d r, erregt viel Aufsehen und findet im Allgemeinen Anerkennung. Das Iüdischdeutsche (Mauscheln) und die Ceremonialgefttze liefern den Hauptstoff; besonders gelungen soll das (traurige) Bild des Lebens der Juden in den kleineren Provinzialstädten sein. Aber auch in Kopenhagen selbst Ist oer Jude für den Pöbel noch immer ein Popanz oder ein Gegenstand der Verspottung, während der höhergebildete und rational-dänisch-gesinnte Jude längst für ebenbürtig angesehen wird und höchstens einmal Einer oder der Andere am Künstlerneide scheitert, wovon nach der Behauptung derst<juden6Ävu5p08ten (Kopmhagener Post) kürzlich ein Fall vorgekommen sein soll. Sch w e iz. In der Schweiz leben 2600 Juden. M eklenburg - Schweri n. (Emancipati o ns- S a ch e.-> Außer der Haupt - und Residenzstadt Schwerin haben sich auch die beiden kleineren mecklenburgischen Städte Röbel und Schwaan mit Petitionen für die Juden an den Landtag gewendet. Die kleine Stadt Schwaan (nicht weit von dem, den Juden feindlichen und sie, gleich Wismar und dem benachbarten Lübeck, fern haltenden Rostock) hatte schon vor fast 10 Jahren in ihrem Bürgermeister (irren wir nicht, einem Herrn V o st) einen der liberalsten Wortführer beim Landtage, der mir seinen Anträgen zu Gunsten der Juden damals freilich in der Minorität blieb. Ein Dictamen (dikrirter Antrag) eines Mitgliedes der Ritterschaft, die Ausschließung des bürgerlichen Gutsbesitzers, Herrn I a c o b s o h n auf Klenze, von der Landstandschaft betreffend, blieb kürzlich wegen eines Zwischenfalles (?) unerledigt. Herr Jacobsohn (ein Sohn des bekannten sel. Finanzrathes Israel Jacobsohn, des Gründers der Schule zu Seesen bei Wolfenbüttel, im £^09^1^^^räunfdjmetö) ist nämlich bisher als Jude nicht zum Landtage zugelassen worden, obgleich er ein landtagsfähiges Rittergut besitzt. Würtemberg. Die israelitischen Kirchenvorsteherämter im Königreiche Würtemberg sollen über die Berufsakten, denen sich die dortigen Juden seit 1818 gewidmet.haben oder sich zu widmen im Begriff sind, Uebersichtstabellen aufnehmen. - * ■» B r e s l a u.r Bei Gelegenheit der am 29,Rov. dem Prof. Dr. David Schulz an seinem Geburtstage dargebrachten Verlag von C. L. F r i tz s ch e. Huldigungen, erschien auch, ein von einem jüdischen Studenten verfaßtes Gedicht. B e r l i n. Zurücksetz u n g d e r I u d.e n. Em Berliner Jude, der in der großen Loge in Lyon ein Ehrenamt bekleidet, war in Berlin zu den Arbeiten und Versammlungen der Freimaurer nicht zugelaffen worden. Auf seine Beschwerde hat die große Lyoner Loge allen Logen Europas in einer, in mehreren tausend Exemplaren abgezogenen Erklärung, ihren Beschluß mitgetheilt, keinen Preußen bei sich zuzulassen. "• * * Breslau. Der Orientalist (Prof, der syr. Sprache) Herr Dr. B ern ste i n in Breslau, d. Z. Dekan der philos. Fakultät an der Breslauer Universität, hat einen Beschluß derselben hervorgerufen, bei dem Ministerium den Antrag zu stellen, daß auch in Breslau den Juden der Licentiaten- und Doktor - Grad ertheilt werden könne. Bis jetzt wußten sich jüdische Doktoranden der Philosophie nach Halle u. s. w. wenden. Herr Dr. Bernstein hätte schon vor einem Jahre unter dem Dekanate des Prof. Schneider, damals vergeblich denselben Antrag gestellt. Darm stadt. Zu der Einweihung der neuen Stadtkirche in Darmstadt ist außer dem deutsch-katholischen Geistlichen (H i e r o n y m i aus Braunschweig. *) der Rabb. der jüd. Gemeinde, Herr Auerbach, nicht eingeladen worden, worüber das dortige intelligente Publikum sehr entrüstet ist. - Jerusalem. (Iudenseelenjäg e re i.)' Der Missionär Abeken berichtet aus Jerusalem über die Fortschrittes?) der Judenmifsion daselbst: Der Bischof Alera nder habe schon 40 Juden zur Taufe bewogen, 6 davon werden selbst Missionäre werden, andere Lernten Handwerke u. s/w. Avignon. Am 24. Nov.« 9 Uhr Abends, gerieth die schöne Synagoge zu Avignon in Brand. Die Feuersbrunst dauerte die ganze Nacht hindurch«. Der materielle-Schaden beläuft sich auf circa 54,000 Frs,; unersetzbar ist dagegen eine Sammlung von Sefer? Thora's, auf 42 Pargamentrollen, von Rabbinen (?) zu Jerusalem (?) verfertigt. — Die abgebrannte Synagoge stand der schönen in Bordeaux, nicht nach. *) Der noch nachträglich eingeladen wurde, und der Feier beiwohnte. . Druck von I. H. Nagel.