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Der Orient · 1845-02-12 · Heft 7 (12.2.1845) · p. Seite 49

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 7 (12.2.1845)
Date
1845-02-12
Page
Seite 49 (sequence 1)
Language
German
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Sechster tttw. Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirtbe: allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Dr. Julius Fürst. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 12. Februar 1845. Inhalt. D ent sch la n d. Hamburg. Rückblick auf den Monat Januar. Berlin. Nekrolog des S. Friedeberg. Berlin. Dr. St e rn's^Vorlesungen. Synagogenwesen. Schulwesen. Beschränkung. Diesterweg. Königsberg. Petition für die Emancipation. Die Stadtverordneten und der Magistrat. — Oesterreich. Prag. Die Prcdjgerstelle. Die Hauptschule. Hr. von Läml. Ein Seminar. — Das Gesetz über die Eide der Juden im Herzogthum Braunschrveig. Von Dr. Ph. Ehrenberg. — Personalchronik und Miscellen. Frankfurt a. M. Rodenberg. München. Lyck. ■— LB. d. Or. - Deutschland. Hamburg, 24. Jan. Bei dem herannahendeu Ende des ersten Monats im neuen Jahre erscheint es zweckmäßig, noch eine Zusammenstellung bcffcn zu versuchen , was sich innerhalb der letzten vier Wochen in den jüdischen Lebens- und Litcratnrkrcisen zugetragen. Wenn nicht früher, so sott zu Ende des Februars der Faden da wieder ausgenommen werde::, wo ich ihn jetzt fallen lassen werde. — Diesmal von dem größten deutschen Bundesstaate, dem Kaiserthume Oesterreich, beginnend, gewahre ich daselbst nirgends einen kräftige:: Fortschritt. Binders ist es im Königreiche Preußen, wo die öffentliche Meinung sich sichtbar immer mehr zu Gui:- sten der Juden und ihrer Menschen- und Bürgerrechte entscheidet. Die neuesten Zeichen dieses Fortschrittes liegen in den bei den bevorstehenden Provineiallandtager: cinzureichenden Petitionen für die Emaucipation der Inden vor. Eine solche Petition gelangt diesmal, wie vor zwei Jahren, an den, zum 9. Februar (gleichzeitig mit dem in allen andern Provinzen der preußischen Monarchie) zusammen berufenen achten rheinischen Proviuciallandtag von den Bürgern Kölns, die den Wunsch, ihre jüdischen Mitbürger sich in allen Stücken gleichgestellt zr: sehen, in gleicher Reihe mit der Bitte um Reichsstände, Preßfreiheit und uneingeschränkte Oeffentlichkeit der ständischen und städtischen Verhandlungen aussprechen. Gewiß werden auch die Bürger Bonn's, Tricr's, Düsseldorfs, Aachen's, Creseld's re. ihre Stimmen mit denen der Kölnischen Bürgerschaft vereinigen. — Die Aachener Zeitung will wissen, auch die Breslauer würden eine gleiche Petition bei dem schlesischer: Landtage einreichen. Auch die Magistrate und die Stadtverordneten in Königsberg und Elbing haben sich mit derselben Bitte au die in Danzig zusammentretenden ost- und und westprenßischen Landstände gewandt. Zu gleicher Zeit haben die städtischen Behörden zu Elbing bei dem Kultusminister darauf angetragen, daß die jüdischen Religion slehrer,. gleich ihren christlichen Kollegen, von den Kornrnunatabgaber: befreit werden; dieser Anfang ist denn auch (in Betreff des Herrn Dr. Sommerfeld?) gewahrt worden. Auch die Regierung scheint endlich den Grundsatz des Rechtes in Bezug auf die Inländer Walter: zu lassen. In Hinsicht auf die Ausländer dagegen herrscht das Princip gnädiger Ausnahmen leider noch immer vor; und wenn auch einem einzelnen jüdischen junger: Menschen aus Rußland, durch die Berwer:dung des Dr. Freystadtnnd in Folge einer KabinetSordre, ein dreijähriger weiterer Aufenthalt in Körrigsberg gestattet worden, so gewinnt dies doch an Werth, wenn man damit das Verfahren der preußischer: Regierungsbehörden an der polnischer: und russischen Grenze gegen die jüd. Ueberlaufer ur:d sogar gegen die jüdischer: Kauflente ar:s den: Ezarenreiche vergleicht. — Wie ganz anders verfahren jetzt die christlicher: Bürger der größeren Städte gegen die Inden? Man erwäge blos einmal das gür:stige Verhältniß derselbenzu dem Bertir:er Centraluud zu dern dortigen Lokalvercine für die arbeitenden 7

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